Reisebericht Botswana 2001

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Am 2.September war es endlich soweit: Es ging los nach Botswana. Naja, eigentlich erstmal nach Südafrika. Da ein Angebot an geländetauglichen Mietwagen in Botswana praktisch nicht vorhanden ist, blieb uns keine andere Wahl, als nach Johannesburg zu fliegen (Windhoek hätte sich auch angeboten, aber da zuerst eine Kombination Südafrika/Botswana geplant war, machte Johannesburg natürlich mehr Sinn).

Da Matthias und Jan einen Anschlussflug ab Stuttgart hatten, trafen wir uns auf dem Flughafen in Zürich. Dort erfuhr ich dann, dass die beiden unbedingt noch etwas Nervenkitzel brauchten und versucht haben, mit einer S-Bahn zum Flughafen zu fahren, die nur an Arbeitstagen verkehrte (es war Sonntag). Aber irgendwie hatten sie es dann doch noch pünktlich zum Flieger geschafft.

Leider verzögerte sich unser Abflug, da man auf Gepäck von Anschlussflügen wartete. Da nahmen wir an, dass wohl auch das Gepäck aus Stuttgart dabei wäre. Aber dann ging es endlich los. Die 10 Stunden Flug überstanden wir einigermassen und kamen gegen 20 Uhr in Johannesburg an. Die Abfertigung brauchte auch noch etwas Zeit (da merkt man dann erstmal, wie unproblematisch das Reisen in Europa ist. Als wir das endlich geschafft hatten, wollten wir nur noch unser Gepäck holen. Hier fing der Spass dann an, denn offensichtlich hatte es das Gepäck aus Stuttgart nicht mehr geschafft, also waren nur meine Sachen da. Die Formalitäten zur Meldung des fehlenden Gepäcks (inkl. Anstellen, denn offensichtlich waren wir nicht die einzigen mit diesem Problem) brauchten nochmal eine Stunden, und irgendwann gegen 22:30 Uhr erreichten wir endlich unser Hotel und schafften es noch bis kurz vor 11 ins Restaurant, wo wir wenigstens noch eine ordentliche Mahlzeit zu uns nahmen.

Wenigstens bekamen wir am nächsten Morgen wie geplant unser Auto. Bei einem Blick über den Parkplatz stellten wir jedoch sehr schnell fest, dass unser Auto rot war. Das hatte eigentlich niemand erwartet. Aber nun war eh nichts mehr daran zu ändern.

Nun fehlte nur noch das Gepäck. Bei einem Anruf auf dem Flughafen teilte man uns mit, dass wohl recht viel Zeug aus Zürich gekommen wären und man noch beim Aussortieren wäre, wir sollten später nochmal anrufen. Da wir aber unbedingt noch weiterwollten, bezahlten wir unser Zimmer und machten uns auf den Weg zum Flughafen. Dummerweise war das Gepäck natürlich nicht gekommen. Und der nächste Flieger ab Zürich kam erst wieder am späten Abend. Also blieb uns nichts anderes übrig, als zum Hotel zurückzufahren und das Zimmer für eine weitere Nach zu buchen.

 Doch was jetzt mit dem Tag tun ? Da nahezu jeder Reiseführer von einem Besuch Johannesburgs Innenstadt aus Sicherheitsgründen abriet, beschlossen wir die Diamantenmine in Cullinan zu besichtigen. Die 70km bis dorthin waren dank Autobahn schnell geschafft und wir es konnte losgehen mit der Tour. Diese war auch wirklich interessant (jetzt weiss ich endlich, wie Diamanten entstehen), leider lagen auf dem Gelände jedoch nirgends Diamanten rum, sodass wir auch nicht als reiche Leute herauskamen.

Am Abend geschah dann das Unerwartete: das fehlende Gepäck war endlich angekommen ( wir hatten schon vermutet, dass es einen Umweg über Kamtschatka macht und nicht mehr so ganz geglaubt, dass es während unserer Urlaubszeit noch ankommt). Damit war der Abend gerettet und es konnte am nächsten Morgen mit einem Tag Verspätung endlich richtig losgehen.

Nun ging es endlich los nach Botswana. Die Strecke bis zur Grenze legten wir einigermassen schnell zurück. Die Formalitäten an der Grenze überraschten uns als "verwöhnte" Europäer doch etwas, denn es waren nicht nur Formulare für die Einreise nach Botswana auszufüllen, sondern auch Formulare für die Ausreise aus Südafrika.

Nachdem Jan noch etwas Geld in der Wechselstube an der Grenze getauscht hatte, ging es weiter nach Gaborone, wo wir den Zeltplatz suchten. Glücklicherweise hatte ich irgendwo im Internet die Koordinaten dieses Zeltplatzes erhascht, sodass uns das GPS fast problemlos dorthin führte (obwohl wir zwischenzeitlich bezweifelt hatten, dass die Koordinaten stimmen). Ohne GPS-Koordinaten oder Hilfe von Einheimischen dürfte dieser Zeltplatz nicht zu finden sein !

Der Aufbau der Zelte erwies sich als äusserst einfach. Da wir keine rechte Lust zum Kochen hatten, gingen wir in das nahegelegenen Restaurant, wo es wieder einmal Steaks gab. Und dann ging es die erste Nacht ins Zelt, wo die erste Ernüchterung folgte: Die mit dem Auto gemieteten Schlafsäcke waren nicht ansatzweise kältetauglich und es war nachts übel kalt. Das reichte ! Ein neuer Schlafsack musste her, denn so wollte ich keine 3 Wochen verbringen.

Etwas Geld brauchten wir auch noch, denn mit dem Umtauschen von 200 US$ hatten wir die Wechselstube an der Grenze leergekauft. Die Formalitäten um an botswanische Pula zu kommen nahmen mehr als eine halbe Stunde in Anspruch und dabei wurden mindestens 30 Blatt Papier gefüllt (sei es mit Kopien jedes Reisescheck oder auch dreifachen Ausfertigungen der Formulare). Irgendwann hatten wir es doch noch geschafft und mussten nun "nur" noch einen Schlafsack auftreiben. Obwohl Gaborone die Hauptstadt Botswanas ist, erwies sich dies als nicht ganz einfach, aber letzendlich bekamen wir doch heraus, dass es bei "Game" wohl etwas derartiges geben sollte. Nun kann man "Game" nicht mit einem Outdoor-Ausrüster vergleichen, Mit dem zusätzlichen Schlafsack blieben für die anderen beiden je 2 Stück übrig, womit Jan dann auch kalte Nächte überstand. Weiterhin bekamen wir nun endlich unsere "Shell Map of Botswana".

Die Strasse Richtung Francistown war sehr gut und dennoch fast leer. Als erste "wilde" Tiere in Botswana fanden wir ein paar Paviane die die Strasse überquerten. Am Abend erreichten wir endlich den "Rhino Sancuary". Das ist ein kleiner Park, in dem es ein paar Nashörner und allerhand andere Tiere gibt (allerdings keine Elefanten und Raubtiere). Da wir ja gehört hatten, dass alle Tiere zur Dämmerung zu den Wasserlöchern kommen, fuhren wir zu einem grossen Wasserloch und warteten. Scheinbar war unser rotes Auto wirklich gut zu sehen, denn es kam kein einziges Tier vorbei. Da war zwar schade, aber wir waren halt auch nicht im Zoo, sondern in der Wildnis. Auf dem Weg zum Zeltplatz hielt dann ein Auto vor uns und siehe da, 100m neben der Piste stand doch tatsächlich ein Nashorm mit einem Jungen und schaute uns an. Aber irgendwie war es wohl nicht der Meinung, dass unser Anblick besonders spannend wäre, also verschwand es auch wieder.

Am nächsten Morgen bemerkten wir, dass es eine Unmenge verschiedener Vögel gab. Als sie dann mitbekommen hatten, dass ein paar Brotkrümel bei uns neben den Tisch gefallen waren, kamen sie soagr bis an unseren Tisch. Nach dem Frühstück ging es auf eine Pirschfahrt durch den Park, wo wir nun sogar ein paar Strausse und kleine Antilopen sahen. Das war schon deutlich mehr als am Vorabend.

 Da wir noch bis in den Magadigkadi Pans Nationalpark wollten, mussten wir jetzt los. Die Strecke dorthin war meist gut, aber irgendwann trafen wir auf eine Strasse, die gerade erst gebaut werden sollte. Also musste eine Sandpiste daneben ausreichen. Das klappte auch ohne grössere Probleme, sodass wir am späten Nachmittag auch den Nationalpark erreichten. Unterwegs mussten wir tanken, fanden die "Tankstelle" jedoch erst nach einigem Suchen (glücklicherweise wussten wir, dass hier eine sein sollte). Dass dort noch von Hand gekurbelt werden musste, um Benzin aus der Zapfsäule zu bekommen, war für uns eine neue Erfahrung. Angekommen im Makgadikgadi Pans Nationalpark,fanden wir ausser Adlern und Geiern auch die erste richtig schwere Sandpiste. Endlich konnten wir die "4L" Übersetzung unseres Autos auch mal nutzen.

Ein paar Kilometer nördlich von unserem Zeltplatz waren vom Fluss noch ein paar Wasserlöcher übriggeblieben, in denen Flusspferde lebten. Das wollten wir natürlich sehen und fanden die Stelle auch. Die Hippos blickten uns nur ziemlich gelangweilt an und machten keinerlei Anstalten, sich zu bewegen. Als die Sonne nun langsam untergehen wollte beschlossen wir, uns auf den Weg zum Zeltplatz zu machen. Auf der Fahrt überquerte auf einmal ein Elefant die Piste. Und ihm folgten 2 weitere. Obwohl eigentlich klar war, dass man das Auto gerade in der Nähe von Elefanten nicht verlassen sollte, musste Matthias doch hinterherlaufen, denn es könnten ja die einzigen Elefanten des Urlaubs sein (was aber noch ungefähr tausendmal später widerlegt wurde). Auch ein paar Zebras gab es noch, dann mussten wir uns aber langsam beeilen, um wenigstens noch etwas Licht zum Zeltaufbauen zu haben.

Nun sollte es in die Pans gehen. Die Makgadikgadi Pans sind die grössten Salzpfannen dieser Welt und während der Trockenzeit ist es hier natürlich trocken. Der grösste Teil dieser Salzpfannen liegt ausserhalb des Nationalparks. Daher beschlossen wir, den Nationalpark noch am Morgen zu verlassen und erst ausserhalb des Nationalparks einen Abstecher direkt in die Salzpfannen zu machen. Doch bis dahin ging es erstmal auf einer (einigermassen gut erhaltenen) Sandpiste zum östlichen Ende des Parkes. Während wir auf den ersten Kilometern noch relativ viel Vegetation vorfanden (Büsche, kleine Bäume), änderte sich das jedoch bald und wir fuhren durch eine Landschaft, bei der man nur ahnen konnte, dass hier wohl mal Gras gewachsen war. Doch selbst hier trafen wir ab und zu auf eine einzelne Antilope und sogar den ersten Spiessbock bekamen wir zu Gesicht.

Am Parkausgang wies uns der Ranger den Weg zur asphaltierten Strasse, den wir jedoch ablehnten, denn irgendwie wollten wir ja unseren Allradantrieb auch ausnutzen. Wenn wir hier geahnt hätten, auf was wir uns einliessen. Der erste Teil des Weges war noch sehr gut befahrbar und ab und an begegnete uns noch ein Strauss. Obwohl man meinen könnte, dass diese Tiere aufgrund ihrer Grösse und Geschwindigkeit nicht so sehr ängstlich sein sollten, waren wir erstaunt, wie scheu Strausse doch sind. Spätestens wenn man mit dem Auto in der Nähe versucht anzuhalten, versuchen sie doch, wieder genügend Abstand zu gewinnen.

Doch etwas weiter südlich ging es dann so richtig los. Anfangs sahen wir nur Spuren von Autos, die wohl versucht hatten, während der Regenzeit hier durchzukommen. Das sie das geschafft haben sollen grenzte an ein Wunder, denn die Tiefe der Spuren liess keinen Zweifel, dass es in der Regenzeit wohl extrem schlammig sein muss. Nicht umsonst wird während dieser Zeit auch von Ausflügen in die Pans abgeraten. Beim Blick in den Rückspiegel bemerkten wir, dass wir eine riesige Staubwolke hinter uns herzogen. Nachdem wir für eine Rast das Auto verlassen hatten, stellten wir fest, dass das rot unseres Autos zwar noch erkennbar war, jedoch längst nicht mehr so leuchtend wie am Anfang. Doch der "Spass" kam erst noch, denn auf der kommenden Piste erwarteten und Löcher, die nur mit Staub gefüllt waren. Beim Durchfahren dieser Löcher verschwand unser Auto nur noch in einer Staubwolke. Aber Vorbeifahren war auch nicht möglich, also mussten wir da durch.

In der Gegend gab es noch einen grossen Affenbrotbaum. Da wir bisher keinen gesehen hatten und "Chapmans Baobab" sogar als "Place of historical interest" auf unserer Karte verzeichnet war, beschlossen wir, einen Abstecher dorthin zu unternehmen. Das GPS wurde mit den Koordinaten des Baumes gefüttert und los ging es. Selbst in einer Entfernung von 2,5km war noch nichts von dem Baum zu sehen. Waren die Koordinaten falsch, war der Baum doch nicht so gross wie erwartet, oder was stimmte nicht ? Endlich entdeckten wir in der Ferne den Baum. Die Sicht in den Pans betrug nicht mehr als 2 Kilometer. Dies mag für smog-gewöhnte Europäer ja nicht ganz so erstaunlich sein, aber da es hier weder genügend Feuchtigkeit für Nebel, noch irgendwelche Industrie gab, wunderte es uns schon. Die Sicht wurde einfach vom feinem Staub der pans getrübt, für den der geringste Wind (und der war wirklich nciht stark) ausreichte, um aufzuwirbeln und die Luft einzutrüben.

 Die Strecke nach Gweta entpuppte sich als ware Tortur. Ein Staubloch folgte dem nächsten und so ging es meist im ersten Gang Richtung Norden. Während wir bisher noch geplant hatten, den "Old Cattle Trail" in den Norden zu fahren, beschlossen wir nun, doch die normale Strasse zu benutzen, denn in diesem Tempo hätten die 250km schon 2 Tage beanspruchen können. Nichtsdestotrotz kamen wir doch noch in Gweta an, besorgten ein paar Lebensmittel und da es doch noch nicht ganz so spät war ging es weiter nach Westen bis Nata. Dort fanden wir einen sehr netten Zeltplatz, wo wir am Abend auch ein reichhaltiges Buffett geniessen konnten. Insgesamt war die Ausstattung dieses Zeltplatzes genial und dennoch war ausser uns nur noch ein anderes Auto dort.

Am nächsten Tag sollte es weiter nach Kasane gehen. Die 300km asphaltierte Strasse hatten wir als langweilig eingestuft, weswegen wir den Vormittag noch auf dem Zeltplatz verbrachten. Hier wollten wir auch gleich die Zeltplätze für unsere Tour von Kasane nach Maun reservieren. Da kam die Ernüchterung: Im Moremi Wildlife Reserve waren für die nächsten beiden Wochen keine Plätze mehr verfügbar und selbst im Chobe Nationalpark mussten wir auf einen abgelegenen Zeltplatz ausweichen. Also wurde die Reiseroute etwas umgestellt und wir beschlossen, statt einer Fahrt durch Moremi einen Ausflug zu einer Lodge im Delta zu machen. Die zu erwartenden Preise heirfür waren uns einigermassen bewusst.

Nichtsdestotrotz ging es gegen Mittag doch Richtung Kasane. Unterwegs lief uns doch tatsächlich ein Elefant über die Strasse. Das hatten wir in dieser Gegend nun wirklich nicht erwartet. Links und rechts der Strasse befanden sich zwar Zäune, aber davon liess sich Dumbo nicht abhalten. Nachdem er mit einem Bein getestet hatte, dass er den Zaun übersteigen konnte, beschloss er, dies auch zu tun und ihn nicht gleich zu zerstören (ein Tritt darauf hätte gereicht). Also überstieg er den Zaun und verschwand. In der Ferne konnten wir sogar noch eine Giraffe sehen - die erste, die wir zu Gesicht bekamen. Kurz vor Kazungula (ein Ort bei Kasane) trafen wir dann noch auf ein paar Giraffen und zu guter Letzt fanden wir sogar noch einen Zeltplatz.

Dieser Platz war jedoch etwas eigenartig, da er im Vergleich zu den Plätzen auf denen wir bisher übernachtet hatten, recht weitläufig war und wir die einzigen auf diesem Platz waren. Von hier aus waren es nur ein paar Schritte zum Chobe. Hinweisschilder wiesen uns auf Krokodile und Flusspferde hin, wodurch der kurze Spaziergang am Ufer einen gewissen Nervenkitzel verursachte. Aber leider (?) sahen wir weder Krokodile noch Flusspferde. Dafür hatten wir nun endlich den ersten Sonnenuntergang am Wasser. Dummerweise verschwand die Sonne schon weit über dem Horizont, sodass wir für einen "schönen" Sonnenuntergang noch bis zum nächsten Tag warten mussten.

Während Jan und Matthias am nächsten Tag noch einen Ausflug zu den Victoria-Fällen unternahmen, verbrachte ich die meiste Zeit mit Lesen und Postkartenschreiben am Ufer des Chobe. Als ich jedoch am Baum hinter mir eine grüne Schlange entdeckte, hatte ich jedoch erstmal keine Lust mehr, an dieser Stelle sitzenzubleiben und verliess fluchtartig das Terrain. Die Schlange erwies sich später als völlig harmlose "Grüne Baumschlange" (zu Informationen über Schlangen kann ich www.thesnake.org empfehlen), aber in diesem Moment wusste ich das natürlich nicht und damit war dies das gefährlichste Tier der Welt für mich.

Nachdem ruhigen Tag in Kasane sollte es am nächsten Tag nun in den Chobe Nationalpark gehen. Da unser Geld jedoch nicht mehr für 3 Tage Parkeintritt reichte, musste erst noch Geld getauscht werden, was erstaunlich schnell vonstatten ging (im Vergleich zu unserem Erlebnis in Gaborone). In der Zwischenzeit hatten Matthias und Jan auch noch ein paar Lebensmittel besorgt, denn immerhin hatten wir nun 3 Tage ohne Versorgungsmöglichkeit vor uns. Kurz vor der Abreise wollten wir noch einen Ausflug ins Okavango-Delta buchen, mussten jedoch feststellen, dass die Preise bei Wilderness Safaris nochmal deutlich angezogen hatten (und der Dollar war auch nicht gerade billig) und ausserdem keine Plätze in den für uns interessanten Camps mehr verfügbar waren. Also beschlossen wir, erstmal nichts zu buchen und in Maun vor Ort nochmal zu schauen, was es sonst noch für Angebote gibt.

Am Eingang des Nationalparks mussten wir leider feststellen, dass unsere Zeltplatzreservierung um einen Tag verschoben war. Dieses Problem löste der Ranger jedoch mit einigen Telefonaten (mindestens 4).

Dann ging es endlich los. Wir hatten zwar schon gelesen, dass die Chobe-Gegend sehr wildreich sei, weil es hier in der Trockenzeit noch genügend Wasser gibt, aber mit einer solchen Unmenge an Tieren hatten wir wirklich nicht gerechnet. Auf den ersten paar Kilometern liefen uns ständig Elefanten über den Weg. Damit war schon nach kürzester Zeit der erste Film voll (mit ziemlich miesen Fotos, aber es hätten ja die letzten Elefanten sein können).

Da wir bis zum Zeltplatz nur etwas 60km zu schaffen hatten, blieb genügend Zeit für eine langsame Safarifahrt am Ufer des Chobe. Als vor uns ein Wagen mit einer Safarigruppe auf der Piste stand und diese alle aufgeregt in einen Busch starrten, ahnten wir, dass da wohl ein Tier sein musste. Und siehe da: Im Gebüsch lag ein grosser Löwe und blickte gelangweilt in die Gegend. Von den Touristen liess er sich nicht sonderlich beeindrucken, es war wohl am einfachsten, die Leute ein paar Bilder machen zu lassen, als jetzt in der Mittagssonne einen neuen Schlafplatz zu suchen. Auf der Weiterfahrt machten wir als nächstes einen kurzen Zwischenstop auf einem Zeltplatz. In der Mittagszeit war dort natürlich kein Mensch mehr, davor war der Platz von einer riesigen Horde Pavianen besiedelt. Unser Reiseführer hatte uns noch gewarnt, dass dies "die bösartigsten Paviane des südlichen Afrika" seien, glücklicherweise interessierten sie sich jedoch nicht besonders für uns und hielten lieber Abstand.

Auf den nächsten Kilometern begegneten und hunderte Antilopen, ein einzelner Büffel und immer wieder Elefanten. Da wir keine Eile hatten, beschlossen wir, noch "Kabolebole" Loop zu fahren, wo es angeblich sehr viele Vögel zu sehen gäbe. Als erstes gab es jedoch wieder mal eine tiefe Sandpiste zu sehen. Da wir keine Lust hatten, unser Auto ausgraben zu müssen, wollten wir hier nicht unbedingt stehen bleiben. Nachdem der Weg eine leichte Kurve gemacht hatte bemerkten wir vor uns eine grosse Herde Büffel, die die Piste für ihre Mittagsruhe benutzen wollte. Nun haben Büffel im Gegensatz zu Eseln oder Kühen aber leider die dumme Eigenschaft, dass sie sich ihrer Stärke bewusst sind und sich nicht von Autos verscheuchen lassen. Aber irgendwie schienen wir doch zu stören. Als sich die ersten Tiere erhoben und in unsere Richtung schauten, beschlossen wir, dass es höchste Zeit ist, das Fel dzu räumen. Das war auf dieser Piste nicht ganz so einfach aber mit einem ordentlichen Adrinalinschub, den diese Büffelherde ausgelöst hatte, ging es doch ganz gut. Dies dürfte wohl der gefährlichste Moment des Urlaubs gewesen sein.

Auf der weiteren Fahrt trafen wir nur noch selten auf andere Menschen, während die Tierwelt weiterhin reichlich vertreten war. Nun gab es auch Zebras (die allerdings extrem scheu sind), ein paar Spiessböcke und sogar Warzenschweine. Weiterhin gab es natürlich viele verschiedene Vögel, unter anderem auch verschiedene Storchenarten. Das letzte Stück der Strecke führte durch einen Wald und lag nicht mehr direkt am Fluss, wodurch hier nur noch ab und zu Tiere über die Piste sprangen. Dafür fanden wir dort endlich wieder Giraffen, die wir am Chobe vergeblich gesucht hatten.

Am Buffalo Ridge Camp angekommen, bemerkten wir, warum man uns am Telefon mitgeteilt hatte, dass eine Reservierung nicht erforderlich wäre, denn ausser uns war nur noch eine anderes Auto zu sehen. Obwohl in der Nähe ein Grenzübergang war, hatten wir doch nicht erwartet, dass das Handy hier funktionierte. Aber es gab dort irgendwo eine Funkzelle. Das erlaubte uns, nochmal einige Safariveranstalter anzurufen und doch noch eine Safari ins Okavango-Delta zu buchen.

Nun sollte es vom Chobe weitergehen zum Linyanti. Trotz unterschiedlicher Namen handelt es sich bei beidem um ein und denselben Fluss. Die Strecke betrug eigentlich nur 180km, jedoch wurde vor "schweren Sandpisten" gewarnt, weswegen wir uns zeitig auf den Weg machten. Da der erste Teil der Strecke durch besiedeltes Gebiet führte, gab es hier noch eine recht breite Strasse, auf der wir schnell vorankamen. 

Meine Bemerkung, dass diese nach der letzten Ortschaft wohl nicht mehr ganz so gut sein wird, erwies sich als richtig, denn nun ging es ab in den Sand. Ich möchte keinen Vergleich mit einer Sandwüste machen, aber zumindest hätte jedes Kind hier einen schönen großen Sandkasten vorgefunden. Als der Motor das erste Mal im Sand ausging rechneten wir schon mit dem Schlimmsten (Spaten auspacken und buddeln), allerdings kamen wir mit der niedrigsten Übersetzung, viel Gefühl und Anschieben doch wieder raus. Jetzt bemerkten wir, dass es neben der eigentlichen Piste eine neue(?) Ausweichpiste gab. Allerdings schlängelte sich diese neben der ursprünglichen (geraden !) Piste durch den Wald. Obwohl unser Auto nun wirklich nicht extrem breit war, gab es keine Möglichkeit, nicht ständig Büsche und Äste am Auto entlangschrammen zu lassen. Nach dieser Tortur hatte sich unser Auto so einige Kratzer geholt (also eigentlich bestanden die Seiten nur noch aus Kratzern), aber bei der Rückgabe hat unser Autovermieter keinerlei Probleme gemacht (es waren auch keine tiefen Kratzer, sodass das Auto nach einer ordentlichen Politur vermutlich wieder ordentlich aussah).

Die Orientierung mit GPS und Karte erwies sich als problematisch, da das Koordinatensystem auf der Karte wohl eher gewürfelt als gemessen worden war (die Koordinaten lagen ca. 10km daneben!). Mit dem Kompass fand sich trotzdem die richtige Richtung, sodass wir es doch zum Eingang des Nationalparks schafften ohne uns zu verfahren.

Da wir doch schneller als erwartet vorangekommen waren, erreichten wir schon am frühen Nachmittag den Zeltplatz auf dem es außer uns noch eine andere Gruppe gab. Am Nachmittag bemerkten wir dann, dass durch den Ausläufer des Linyanti direkt vor dem Zeltplatz ständig Elefanten marschierten. Am Abends kamen sie auch alle auf dem gleichen Weg wieder zurück. Obwohl wir tagsüber ab und an Flusspferde hörten, hatten wir noch keines zu Gesicht bekommen. Das sollte sich am Abend ändern, als wir sahen, dass unsere Nachbarn etwas mit der Taschenlampe anleuchteten. Und siehe da: da stand ein großes Flusspferd am Ufer. Es ließ sich von der Taschenlampe nicht stören und graste weiter. Etwas später bemerkten wir auch in der Nähe unseres Platzes Geräusche und auch hier stand auf einmal ein Flusspferd etwa 50m vom Auto entfernt. Von unserer Taschenlampe ließ es sich auch nicht beeindrucken, aber nach einer Weile beschloss es, dass es schnell den Platz wechseln müsse. Wer dieses Ereignis nicht mit den eigenen Augen gesehen hat, wird nie glauben, wie schnell ein Flusspferd beschleunigen kann (45km/h Spitzengeschwindigkeit). Da wurde uns doch etwas unwohl und wir freuten uns, dass unsere Zelte auf dem Dach montiert waren, wodurch zumindest keine Gefahr bestand, dass ein Flusspferd direkt über unser Zelt läuft.

Der nächste Tag sollte eigentlich nur dem Relaxen dienen, denn wir hatten 2 Nächte auf diesem Zeltplatz reserviert. Das erste Missgeschick passierte beim Frühstück: Es raschelte in unserem Auto und schon besassen wir ein Brot weniger, über dass sich eine Gruppe grüner Meerkatzen tierisch (wie auch sonst) freute. Damit wurden wir wieder daruaf aufmerksam gemacht, dass man alle Türen und auch die Kofferraumklappe des Auto wohl doch geschlossen halten sollte. Glücklicherweise war uns noch ein Brot geblieben, sodass wir nicht hungern mussten.

Nachdem unsere Nachbarn verschwunden waren, beschlossen wir, auf deren Platz umzuziehen, da die Bäume hier mehr Schatten spendeten. Die Zelte wurden nur schnell hochgeklappt, denn wir wollten ja nur 50m weiter. Also einsteigen, den Zündschlüssel drehen und ... nichts. Noch mal ... wieder nichts. Ups, da war unsere Batterie wohl leer. Natürlich war uns klar, dass unser Kühlschrank (na ja, eher Kühlbox) wohl auch Strom brauchte, bisher hatte das Auto aber immer die Nacht durchgehalten. Da außer uns niemand mehr auf dem Platz war und der Nationalpark-Eingang ca. 8 km entfernt war, waren wir auf uns gestellt. Die Batterie war nicht das größte Problem, denn wir rechneten damit, dass schon wieder irgendeine Gruppe kommen würde, die uns am nächsten Morgen Starthilfe leisten könnte. Aber den schönen Platz wollten wir trotzdem sichern und da die Zelte ja fest mit dem Auto verbunden waren, musste das Auto auch irgendwie bewegt werden. Glücklicherweise war der Platz einigermaßen eben und festgefahren, sodass sich unser Auto auch schieben ließ. Ein kurzer Versuch, ob sich das Auto dann auch anschieben lässt, klappte sofort und der Motor lief. Da aber ein Ausflug mit dem Auto in der Gegend am Linyanti relativ sinnlos war (es gab keinerlei "touristische Höhepunkte" in der näheren Umgebung), beschlossen wir, den Motor wieder abzustellen und notfalls am nächsten früh wieder zu schieben.

Den Rest des Tages verbrachten wir mit Lesen, Kartenschreiben und dem Beobachten von Elefanten die vor uns wieder baden gingen. Da es recht ziemlich warm war, hätten wir das auch gerne getan, aber die Vorstellung, dass sich ein paar Krokodile schon auf uns freuen würden, hielt uns davon ab. Ab und an mussten ein paar Frankolins (ein hühnerähnlicher Vogel) verscheucht werden. Alles in allem war der Tag dann doch sehr ruhig und abends stellten wir fest, dass wohl für diese Nacht keine andere Gruppe mehr kommt und wir damit alleine auf dem Zeltplatz waren - allein unter Hippos. Auch in der folgenden Nacht sahen wir ein paar davon rumlaufen, jedoch war unser Zeltplatz jetzt günstiger gelegen, sodass die Gefahr geringer war, dass zufällig ein Flusspferd direkt bei uns vorbeikommt. Matthias musste natürlich dennoch wieder zu Fuss durch die Gegend und schauen, was denn so alles an Tieren zu finden ist und stiess dann sogar tagsüber auf ein Flusspferd an Land.

Am nächsten Morgen hieß es wieder schieben ! Da war problematischer als erwartet, aber letztendlich sprang das Auto doch an und es konnte auf den langen Weg nach Maun gehen. Unterwegs kamen wir noch durch die Savuti-Gegend, die für ihre Löwen berühmt sein soll. Leider bekamen wir keinen davon zu Gesicht, dafür aber ein paar Gnus und andere Antilopen. Am Ausgang des Parks mussten wir leider einen weiteren Tag bezahlen, da wir über eine Stunde zu spät waren (der Parkeintritt gilt bis 11 Uhr des folgenden Tages), dann ging es weiter nach Maun. An einer Stelle musste Jan dann probieren, ob man auch den direkten Weg nehmen kann, obwohl es eine Umfahrung für einen Streckenteil gab. Es zeigte sich, dass dies zwar machbar ist, jedoch auf Kosten des Komforts und des Materials (dass unser Auto bei dieser "Abkürzung" keinen Schaden nahm ist schon fast verwunderlich). Dann ging es durch den Busch weiter, wobei wir ab und an noch ein paar Antilopen begegneten.

Nun gab es in Maun wieder einen "Ruhetag", wo wir eine Krokodilsfarm besuchten und nun endlich mal ein paar Krokodile aus der Nähe sahen. Bisher lagen diese immer in großer Entfernung im Wasser und waren eher zu erahnen als zu erkennen. Auf den Ausflug in den Nxai Pan Nationalpark verzichteten wir, da es recht windig war und wir keine Lust auf eine weitere "Staubschlacht" verspürten. Am Morgen wurden noch schnell die letzten Details unseres Ausfluges ins Delta geklärt, denn am nächsten Tag sollte es losgehen. Die Nacht verbrachten wir im Audi Camp in Maun, welches wirklich empfehlenswert ist.

Es war endlich soweit - heute ging es ins Delta. Nachdem wir auf dem Flugplatz in Maun unseren Piloten gefunden hatten, ging es auf zum Flieger. Ausser uns sollte noch ein Ehepaar mitfliegen, was wir irgendwo unterwegs absetzen würden. Das bedeutete dann mindestens 2 Starts und Landungen. Der Flug über das grösste Binnendelta der Welt ist an sich schon ein Erlebnis: Es gibt grosse Wasserflächen, kleine Kanäle, grosse Inseln, kleine Inseln und ab und an sieht man auch mal ein paar Elefanten durch die Gegen laufen (die sind glücklicherweise so gross, dass man sie auch aus dem Flugzeug erkennt). Mit dem kurzen Zwischenstop (bei dem unsere Mitpassagiere das Flugzeug verliessen und mit dem Geländewagen weiterfuhren) dauerte unser Flug etwa 40 Minuten. Dann landen wir auf dem Xugana Airstrip.

Nun hatten wir auch erwartet, dass uns jemand von dort mit dem Auto abholt, aber wir sahen dort nun ein paar Angestellte (die wirklich auf uns zu warten schienen) und ein Boot. Das hatten wir nun wirklich nicht erwartet. Sollte es jetzt wirklich mit dem Boot weitergehen ? Es sollte ! Hier bekamen wir nun den ersten Eindruck vom Okanwango-Delta aus der Nähe, denn für uns war das ganze nur eine riesige Menge Papyrus, zwischen dem kleine (und manchmal grössere) Kanäle flossen. Eine Orientierung war für uns praktisch nicht möglich, aber nach 10 Minuten Fahrt erreichten wir eine grosse Lagune, wo wir in der Ferne schon die Xugana-Lodge sahen. Dort wurden wir bei einem Drink herzlich begrüsst und bezogen unsere Hütten. Hier waren wir wirklich überrascht, denn die Hütten boten allen erdenklichen Komfort. Nach fast 2 Wochen Schlafen im Zelt war das eine angenehme Abwechlung. Nach dem Brunch war Siesta bis zum Nachmittag angesagt. Aufgrund der recht niedrigens Aussentemperaturen (ca. 20ºC) hatten wir jedoch nicht die richtige Lust, auch den Pool zu nutzen.

Gegen 15:30 Uhr war dann "Tea time" (man erkennt doch die englischen Einflüsse) und dann ging es los zu einer "Walking Safari". Dafür fuhren wir erstmal noch ein Stück mit dem Boot um dann irgendwo im Delta an Land zu gehen.  Die Trackaufzeichnung des GPS war ganz interessant, denn bei der Fahrt durch die engen Kanäle im Delta hat man schon nach kurzer Zeit keine Ahnung mehr, wo man sich befindet. Natürlich kannten sich unsere beiden Führer gut in der Gegend aus und fanden auch ohne GPS problemlos den Weg. Auf der Insel begegnetem wir als erstes einem Elefanten. Wir erfuhren, dass es im Wasser viele flache Stellen gibt, die die Tiere nutzen um zwischen den Inseln zu wechseln. Daher kann man in weiten Teilen des Okavango-Deltas die komplette Tierwelt der Gegend vorfinden, selbst Tiere, die grosse Gebiete benötigen (wie z.B. Elefanten). Dass Elefanten nicht gerade zimperlich sind, wenn ihnen etwas im Wege steht, zeigt das Foto.

Dann ging es mit dem Boot dem Sonnenuntergang entgegen, den wir mitten auf dem Wasser bei einem Glas Wein geniessen durften. Den Abend verbrachten wir erst bei einem sehr guten Essen und dann mit ein paar Drinks an der Bar.

 Am nächsten Morgen wurden wir gegen 6:30 Uhr geweckt, obwohl wir eigentlich keine Lust zum Aufstehen hatten. Denn die Nacht im Bett war doch deutlich komfortabler als im Zelt. Aber wir wollten ja noch zu den Flusspferden. Hierzu hatten wir wieder einige Kilometer durchs Delta zu fahren, wobei wir unterwegs natürlich noch andere Tiere wie Krokodile und natürlich Elefanten sahen. Doch irgendwann hatten wir es geschafft und sahen in der Ferne Flusspferde im Wasser. Obwohl diese Tiere recht behäbig aussehen wurde uns vom Chef der Gruppe recht schnell klargemacht, dass wir hier nichts zu suchen haben. Daher war unser Führer ständig damit beschäftigt, einerseits recht nahe an die Flusspferde heranzukommen, andererseits jedoch immer genügend Abstand zu halten.

 Mittags kam noch eine Familie im Camp an, von nun an waren wir nicht mehr alleine. Am Nachmittag sollte es dann mit dem Mokoro durch flache Stellen des Deltas gehen. Ein Mokoro ist ein Einbaum und ist das traditionelle Fortbewegungsmittel im Delta. Danach sollte es zum Angeln gehen. Eigentlich hatten wir das nicht vor (das letzte Mal Angeln war bei uns allen schon mindestens 10 Jahre her), aber wir wurden nochmal darauf aufmerksam gemacht, dass man im Delta eigentlich auch einmal geangelt haben sollte. Na warum auch nicht. Viel Zeit blieb nicht, aber immerhin schaffte ich es doch tatsächlich, einen Fisch zu fangen. IGlücklicherweise war dieser sogar essbar. Also wurde er mitgenommen und abends im Camp gegessen (da es nicht das Einzige war, was es am Abend zu essen gab, war das ganz nett).

Am nächsten Morgen war nocheinmal "Walking Safari" angesagt. Diesmal sollte es auf "Palm Island" gehen, wo wir am Tag zuvor schon vorbeigefahren waren. Als wir jedoch auf Palm Island ankamen, erwartete uns dort eine riesige Herde Büffel. Damit war eine Wanderung über diese Insel dann doch zu gefährlich.  Nachdem wir jedoch eine Weile gewartet hatten, zog die Herde weiter und wir konnten zumindest eine kurze Tour über diese Insel machen, immer auf einen grossen Abstand zu den Büffeln bedacht.

Am Mittag mussten wir dann leider unsere Sachen packen und es ging mit dem Flugzeug wieder zurück nach Maun. Unterwegs sollten wir in einem anderen Camp noch weitere Passagiere aufnehmen. Die Landebahn dort war nicht besser oder schlechter als andere Landepisten im Okavango-Delta, allerdings durften wir während der Landung noch zuschauen, wie eine Warzenschweinfamilie die Piste unbedingt noch vor unserer Landung überqueren musste. Glücklicherweise hatten sie es dann doch noch geschafft, bevor wir unten waren, sodass uns ein derartiger "Kontakt" mit der Tierwelt erspart blieb.

Da nach der Fahrt ins Okawango-Delta noch etwas Zeit bis zur Heimreise blieb, beschlossen wir, noch einen Abstecher zu Drotskys Caves zu machen. Diese Höhlen liegen im äussersten Westen Botswanas fernab jeglicher Zivilisation (in ca. 40km Entfernung befindet sich ein kleines Dorf, ansonsten ist die Umgebung im Umkreis von 100km nahezu menschenleer).

Zwischen Maun und den Höhlen gibt es keinerlei Tankmöglichkeiten, also tankten wir unser Auto nochmal voll und füllten auch alle Kanister komplett. Dennoch waren wir uns nicht sicher, ob unsere Benzinvorräte reichen würden. Also gingen wir davon aus, dass wir im schlimmsten Fall 10km vor der Höhle umkehren müssten, um den Rückweg noch zu schaffen. Da die ersten 150km der Strecke asphaltiert waren, konnten wir diese auch mit 100 km/h hinter uns bringen, was sich allerdings auch im Benzinverbrauch zeigte. Unser Reiseführer sagte uns noch, dass wir 10 km nach Tsau auf eine Piste abbiegen müssten und dass dieser Punkt mit ein Schild den Weg zu den Höhlen ausgezeichnet. Die Sache mit dem Schild erwies sich als Fehlinformation (naja, vielleicht war es ja irgendwann mal da). Nach ca. 15 km nahmen wir an, dass wir wohl doch zu weit gefahren wären und wendeten. Nachdem wir das GPS mit den Koordinaten der Abzweigung gefüttert hatten, fanden wir diese sogar (glücklicherweise waren diese Koordinaten sogar richtig). Die Qualität der nun folgenden Piste war beeindruckend gut.  Daher schafften wir die ersten 40km in etwa einer Stunde. Da die Piste auch extrem breit war, sahen wir natürlich keinerlei Veranlassung, diese zu verlassen. Ein abgestelltes Baufahrzeug gab uns dann einen kleinen Hinweis darauf, dass diese Strasse wohl recht neu ist, andererseits zeigte es auch an, bis wohin die Strasse fertig war. Denn kurz danach ging die breite Piste in einen relativ üblen Feldweg über. Ein Vorankommen war nur noch im 2. Gang möglich (an den besseren Stellen) und einige Kilometer wies uns ein "Einfahrt verboten" Schild darauf hin, dass wir diese Strasse nicht weiter benutzen sollten, um zur Höhle zu kommen. Da eine "Umleitung" ausgeschildert war (naja, es gab eh nur den einen Weg, der abzweigte), beschlossen wir, diese zu fahren. Die nun folgenden 9km Piste erwiesen sich als das schlimmste, was ich je mit dem Auto gefahren bin. Im ersten Gang lies sich diese Strecke gerade noch befahren und führte schnurstrackst nach Norden, was für unser Vorhaben dummerweise völlig falsch war. Da ca. 40 km weiter nördlich eine andere Piste zu den Höhlen führte, hatten wir uns schon darauf eingerichtet, dass es auf diese Piste geht. In diesem Falle waren unsere Benzinvorräte definitiv zu knapp bemessen, weshalb wir uns langsam darauf einrichteten, die Höhle wohl nicht mehr zu sehen. Nach einer knappen Stunde war die Tortur jedoch beendet und wir trafen auf einen neuen Weg, der sogar nach Westen ging. Ca. 15 km später kamen wir an eine Abzweigung die uns in südwestlicher Richtung den Weg zu den Höhlen wies. Dem Aussehen nach hatte das entsprechende Hinweisschild vermutlich ein Tourist dort hinterlassen. Auf unserer Karte gab es jedoch keinerlei Hinweis auf diese Abzweigung. Da wir aber aufgrund der Benzinknappheit und der Zeit (es war nun schon ca. 15 Uhr) eh nichts mehr zu verlieren hatten, beschlossen wir, diesen Weg zu nehmen. Auf den ersten Kilometern brachte uns diese Piste schnell näher ans Ziel, machte dann jedoch einen grossen Bogen. Da die Entfernung zur Höhle an der Abzweigung mit 52 km angegeben war, die direkte Entfernung (Luftlinie) jedoch nur ca. 35km betrug, hatten wir etwas derartiges erwartet. Aber letzendlich ging es wieder näher zur Höhle. 

Unterwegs trafen wir noch auf ein verlassenes Dorf (naja, igentlich gab es dort nur ein Haus) und noch einige Kilometer später einen kleinen Baum, welcher mitten auf der Piste lag und uns den Weg versperrte. Dieser war zwar leicht zur Seite zu räumen, wir fragten uns aber, wodurch er dorthin gekommen sein könnte. Dann fiel uns ein, dass er wohl von einer Windböhe umgeworfen sein musste.  Da der letzte stärkere Wind jedoch schon 4 Tage zurück lage, war hier wohl seit mindestens 4 Tagen niemand vorbeigekommen. Fehlende Reifenspuren auf der Piste bestätigten dies. Noch ein paar Kilometer weiter und wir erreichten einen kleinen "Parkplatz". Da unser GPS nur noch 400 m zur Höhle anzeigte, beschlossen wir, diesen Platz als Zeltplatz zu nutzen und zu Fuss nach dem Eingang zu suchen. Diesen fanden wir auch und ein paar hundert Meter weiter oben auch einen viel schöneren Platz zum Zelten mit einem Blick über eine weite Ebene. Der Eingang zur Höhle war schnell gefunden, wir beschlossen jedoch mit der Erkundung bis zum nächsten Tag zu warten und genossen einen superschönen Sonnenuntergang.

Da wir in Maun leider keine Fackeln bekommen hatten und es "uncool" fanden, eine Höhle einfach mit Taschenlampen zu erforschen, beschlossen wir am nächsten Morgen, uns ein paar Fackeln zu bauen. Das Prinzip war uns ja einigermassen klar, ein paar Knüppel waren leicht aufzutreiben, eine Rolle Bindfaden hatten wir auch noch und glücklicherweise sogar noch 3 Kerzen. Das musste reichen. Während ich die Meinung vertrat, dass es günstiger wäre, etwas kleines Gestrüpp mit einzuwickeln, probierte Jan die minimalistische Variante (Stock, Strick, Wachs). Letztendlich waren beide Varianten gleichgut, das miteingewickelte kleine Holz brachte weder Vor- noch Nachteile. Glücklicherweise fand sich in unserem Auto sogar noch eine leere Bierdose (wo kam die nur her ?), die als Schmelztiegel benutzt wurde, da das Auftropfen von Wachs sond wohl eine Ewigkeit gedauert hätte. Und letztendlich war es soweit: Der "Prototyp" brannte und war garnicht so leicht wieder auszubekommen. Dann wurde noch schnell alles herumstehende Zeug im Auto verstaut und es konnte losgehen ! Also machten wir uns auf den Weg zum Höhleneingang, zündeten unsere Fackeln an (Taschenlampgen nahmen wir natürlich trotzdem mit) und betraten die Höhle. 

Die Idee, auch Kamera und Stativ mitzunehmen hatte zwar den Vorteil, dass ich auch ein Bild in der Höhle machen konnte, allerdings hatten wir unterschätzt, wie schmutzig es in einer Höhle sein kann. Danach tat mir meine Kamera wirklich leid, allerdings hat sie auch diese Aktion überstanden. Den Reiseführer mit einer Karte der Höhle hatten wir zwar mitgenommen, aber irgendwie hatten wir uns die Orientierung einfacher vorgestellt. Da das GPS dort drin natürlich nicht funktionierte und wir auch keinen "normalen" Kompass zur Verfügung hatten, mussten wir uns auf unser Gefühl verlassen. Das spielte uns jedoch einen ziemlichen Streich. Nach eine Viertelstunde hatten wir doch tatsächlich den Ausgang wieder erreicht, gerade als unsere Fackeln aufgebraucht werden. Schnell stellten wir jedoch fest, dass uns die Gegend bekannt vorkam, wir waren wohl im Kreis gelaufen, obwohl wir der Meinung waren, zum anderen Ausgang gegangen zu sein. Aber irgendwie wollten wir das doch noch schaffen und da wir auf dem Weg auf eine Abzweigung gestossen waren, beschlossen wir, einen zweiten Versuch zu starten. Während wir beim ersten Versuch meist noch aufrecht gehen konnten, gab es nun einige niedrige Durchgänge und irgendwann stiessen wir auf einen am Boden liegenden Faden. Da dieser wohl nicht "natürlich" war, beschlossen wir nach einigem Überlegen, ihm zu folgen. Etwas später trafen wir auf ein Loch im Boden, an dem eine Strickleiter befestigt war. Dies brachte uns auf die Idee, dass wir hier wohl richtig wären und wir kletterten die Leiter hinab. Unten angekommen fanden wir jedoch nur sehr niedrige Gänge vor, die wir wohl nur mehr oder weniger kriechend hätten bewältigen können. Dies war uns dann doch eine Nummer zu heikel und wir beschlossen den Rückweg anzutreten. Glücklicherweise fanden wir auch wieder den Weg nach draussen. Während wir beim Laufen durch die Höhle schon festgestellt haben, dass wir durch tiefen Staub gelaufen waren, zeigte sich erst draussen das ganze Ausmass - der Staub war überall, aber vor allem hatte er sich in grossen Mengen in den Schuhen gesammelt !

Nach einer kurzen Wäsche (soviel wie mit Wasser aus unserem Kanister möglich war) machten wir uns nun auf den Rückweg. Als wir irgendwann an der Stelle ankamen, an der der üble Weg in den Süden abging, beschlossen wir, dass unsere Benzinvorräte noch ausreichten, um das Risiko einzugehen, dem Weg auf dem wir uns befanden weiterzufahren, um evtl. einen besseren Weg zu finden. Glücklicherweise klappte dieses Unternehmen auch und im Nachhinein stellten wir fest, an welcher Stelle wir die Abzweigung auf diese relativ gute Piste auf dem Hinweg verpasst haben. Eine Analyse der GPS-Trackaufzeichnung im Nachhinein zeigte uns, was wir schon vermutet hatten: die meisten Teile unserer Fahrstrecke waren auf unserer Karte nicht eingezeichnet !

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