Australien Reisebericht

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17.05.07: Es geht los

Heute beginnt unsere Reise nach Australien. Leider recht umständlich über Frankfurt und Singapur. Ach 24 Stunden Flugzeit klingen nicht wirklich spannend, aber das ist wohl nicht zu vermeiden. Hoffen wir mal, dass wir wenigstens ordentlich schlafen können...

18.05.07: Zwischenstop in Asien

Wir sind nun nach 12 Stunden Flug in Singapur angekommen. Da der Flieger nicht ganz voll war, war es doch recht komfortabel. In einer Stunde geht es schon wieder weiter Richtung Sydney.  Damit wäre ich das erste Mal in Asien. Nicht so spannend, aber warum ich es trotzdem erwähne, wird morgen verraten.

19.05.07: Ankunft auf dem 7.Kontinent

Satellitenfoto Australien Geschafft! Wir sind in Australien angekommen. Das Umsteigen in Sydney vom internationalen zum Inlandsterminal sorgte noch mal für etwas Spannung, denn unsere 90 Minuten waren dafür recht knapp bemessen. Aber es klappte noch. In Melbourne angekommen mussten wir erst einmal etwas Schlaf nachholen. Dann ging es in die Stadt. Dabei mussten wir feststellen, dass die Zeit hier schon etwas verschoben ist. Sonnenuntergang ist ca. halb sechs. Daher haben wir auch nicht mehr allzu viel von Melbourne gesehen. Wir werden wohl früh aufstehen müssen, um hier etwas von den Tagen zu haben.
Aber warum eigentlich 7. Kontinent? Ganz einfach: Mit dem Aufenthalt in Australien habe ich nun schon auf allen sieben Kontinenten gestanden (zum Nachprüfen: Europa, Afrika, Nordamerika, Südamerika, Antarktis, gestern Asien und heute Australien).

20.05.07: Great Ocean Road

London Bridge Heute ging es so richtig los. Mit dem Mietwagen fuhren wir von Melbourne über die Great Ocean Road nach Apollo Bay. In der Nähe haben wir im Regenwald eine Hütte für 2 Nächte gemietet. Die Otway Paradise Cottages können wir unbedingt weiterempfehlen. Die Bungalows mit einem Schlafzimmer liegen zwar nicht ganz so schön wie die grösseren, sind aber sehr schön eingerichtet. Da es draussen nicht sonderlich warm war (sicher nicht mehr als 15 Grad) konnten wir den Kamin nutzen, um es drinnen eine gemütliche Wärme zu erzeugen. Der Regenwald zeigte sich auch von seiner besten Seite - es regnet nämlich regelmässig. Am Abend ging es dann noch in das scheinbar einzige geöffnete Restaurant von Apollo Bay. Aber auch hier heisst es 20:30 Uhr: Aufessen und nach Hause gehen - wir schliessen!

21.05.07: Rund um Apollo Bay

Den heutigen Tag haben wir in der Gegend um Apollo Bay verbracht. Am Morgen unternahmen wir als erstes einen Spaziergang durch den Regenwald bei Maits Rest. Hier gibt es einen kurzen Weg (ca. 20 Minuten) durch den Regenwald, wo man sehr viele Farne bestaunen kann. Danach fuhren wir nochmal an die Küste zum Cape Otway Lighthouse. Da das Wetter mal wieder Regen mit sich brachte, fuhren wir dann erst einmal wieder zurück zu unserer Unterkunft und unternahmen am Nachmittag noch einen Spaziergang durch den Regenwald zu einem (wirklich sehr kleinen) Wasserfall in der Nähe. Der Versuch, endlich einen Lachenden Hans auf Video zu bannen, schlug leider regelmässig fehl. Da bleiben diese Tiere einerseits stundenlang auf einem Ast sitzen und schauen in die Gegend, aber packt man die Kamera aus, fliegen sie schnell weiter.

23.05.07: 2 Tage Fahrt

Twelve Apostels Von Apollo Bay hatten wir nun 2 Tage Zeit, bis zur Fähre nach Kangaroo Island zu kommen. Da dies knapp 800km Fahrt sind, blieb nicht viel Zeit für Ausflüge. Aber dennoch gab es einiges zu sehen.

Im Port Campell NP. konnten wir die aussergewöhnlichen Felsformationen an der Küste bestauen, u.a. die bei Australien-Touristen beliebten 12 Apostel und die London Bridge (die seit 1999 eigentlich keine Bridge mehr ist, da damals die Verbindung zum Festland abgebrochen ist).

Auf der Weiterfahrt stiessen wir durch Zufall auf einen kleinen Wildpark. Hier konnten wir endlich die ersten australischen Säugetiere (Kanguruhs und Koalas) sowie Emus beobachten.

Die Nacht verbrachten wir im Badeort Beachport, der um diese Jahreszeit allerdings ziemlich verlassen war, sodass wir keine Probleme hatten, ein freies Zimmer in einem der 3 örtlichen Hotels zu finden.

Der nächste Tag brachte nun weiteres Kilometerfressen, denn am Abend sollten wir mit der Fähre nach Kangaroo Island übersetzen. Dazwischen lagen noch 400 recht öde Kilometer. Glücklicherweise ging die Fahrt recht flott voran, sodass wir vor der Abfahrt noch einen kurzen Abstecher in einen kleinen Wildpark unternehmen und hier nochmals Kanguruhs sehen konnten.

24.05.07: Kangaroo Island

Seebären auf Kangaroo Island Nachdem wir mit der Fähre Kangaroo Island erreicht hatten, fuhren wir gleich zu unserer Ferienwohnung. Diese erwies sich nicht gerade als "luxurious" (wie angepriesen), aber das Hauptproblem war ein Geruch nach Lösungsmitteln - man hatte den Boden gerade neu behandelt. Wenigstens fand sich im Ort noch eine andere Unterkunft, die für eine Nacht ausreichte. Wir beschlossen, für die nächsten beiden Nächte eine neue Unterkunft zu suchen und fanden in der Nähe des Flinders Chase Nationalparks das KI Wilderness Retreat.

Am Morgen fuhren wir zur Seals Bay, wo wir Seebären am Strand beobachten konnten. Von hier ging es weiter zu den Dünen der "Little Sahara" und dann zum Hotel. Das KI Wilderness Retreat erwies sich als Glückstreffer. Das Zimmer war sehr komfortabel und die Nähe zum Nationalpark sorgte für einige Tiere in der Umgebung. Vor allem bot es (was in Australien nicht zwingend der Fall ist) eine ausgezeichnete Küche.

Am Abend unternahmen wir dann noch im nahegelegenen Hanson Bay Sanctuary eine nächtliche Wanderung, auf der wir viele Tiere beobachten konnten. Gerade die Säugetiere sind meist nachtaktiv und man bekommt sie tagsüber kaum zu Gesicht. So konnten wir am Abend nicht nur Wallybys und Kanguruhs beobachten, sondern auch Koalas, Kusus (engl. Possum) und einen Ameisenigel - ein sehr lohnenswerter Ausflug.

Am nächsten Morgen war die Lodge on Wallabys belagert, die darauf warteten, gefüttert zu werden. Also kauften wir schnell noch eine Tüte "Roo-Food" und fütterten die Tiere. Danach ging es in den Flinders Chase Nationalparks, wo wir uns erst einmal auf den südlichen Teil konzentrierten. Die Remarkable Rocks muss wohl scheinbar jeder Tourist besuchen - also auch wir. Auf einer kurzen Wanderung zu Admirals Arch konnten wir nicht nur Neuseeländische Seebären, sondern auch ein Känguruh beobachten, welches uns skeptisch anschaute.

Am Nachmittag unternahmen wir noch eine kleine Wanderung zu den Schnabeltieren, allerdings zeigten sich diese nicht. Auf einer Hinweistafel wurden wir dann auch darauf hingewiesen, dass die weiblichen und Jungtiere zwischen Mai und September abwesend sind (niemand weiss bis heute, wohin die Tiere verschwinden), also gab es recht wenige Chancen, die Tiere zu Gesicht zu bekommen.

26.05.07: Und wieder unterwegs

Die nächsten beiden Tage bieten wenig spektakuläres. Es geht von Kangaoo Island nach Adelaide und von dort mit einem Zwischenstop in Alice Springs nach Cairns. Dort müssen wir noch unseren Mietwagen holen und nach Cpae Tribulation weiterreisen. Dort werden wir die nächsten Tage im tropischen Regenwald verbringen. Also wird es etwas dauern, bis es hier wieder Neuigkeiten gibt. Mit dem Hotel in Adelaide hatten wir übrigens wieder Glück. Für nur 130 Australische Dollar gab es nicht nur eine komfortable Übernachtung, sondern noch einen schönen Blick über die Stadt und eine Flasche Sekt. Es lohnt sich halt, in der Nebensaison zu reisen :)

31.05.07: Cape Tribulation

Hinter uns liegen nun knapp 4 Tage im wahrscheinlich ältesten Regenwald der Erde (auch wenn die Pflanzen selbst dort natürlich auch nicht älter sind als in anderen Regenwäldern). Wie es der Name schon vermuten lässt, hatten wir ordentliche Mengen an Regen. Glücklicherweise kamen die grössten Niederschläge jedoch in der Nacht, sodass wir tagsüber nur ab und zu im Nassen standen. Unsere Zeit nutzten wir für Ausflüge in den Regenwald, in die Magrovengebiete (war wir Schlammspringer und Krokodile beobachten konnten) und zum Great Barrier Reef. Auch wenn das Wetter für den Riffausflug nicht ganz optimal war, bot sich uns dort doch eine grossartige Unterwasserwelt, die wir schnorchelnd erkundeten. Hier waren nicht nur die vielen verschiedenfarbigen Fische und die Korallen in allen Farben und Formen zu sehen, sondern auch riesige Muscheln und ein paar Tintenfische, die um uns herumschwammen und dabei die Farbe änderten. Auch ein paar Stachelrochen glitten durchs Riff. Unsere Unterkunft auf der Cape Tribulation Exotic Fruit Farm können wir jederzeit weiterempfehlen. Nicht nur hatte war die Hütte (es gibt 2 davon) direkt am Rande des Regenwaldes gelegen, auch das Frühstück war grossartig. Zu den üblichen Zutaten (Cornflakes, Croissants, Omelett oder andere warme Speisen) gab es täglich noch eine Platte mit ca. 6 Arten tropischer Früchte. Während der 4 Tage hatten wir dann gut 10 verschiedene Früchte probieren können, von denen wir einige schon kannten, andere jedoch völlig neu für uns waren. Das Highlight unter den Früchten war definitiv die Mangostane. Hierbei handelt es sich wohl auch um eine "Premium-Frucht", die selbst in Australien recht teuer ist. Mal schauen, ob wir die auch bei uns in der Schweiz in einem besseren Laden finden (die Fruchtauswahl im Globus ist im Allgemeinen recht gut, da könnte man fündig werden).

01.06.07: Atherton Tablelands

Am Donnerstag holten wir unseren Camper ab. Leider dauerte diese Prozedur fast eine Stunde (inkl. eines 15-minütigen Videos zur Bedienung des Wagens) und wir mussten auch noch einkaufen, sodass wir Cairns erst bei Einbruch der Dunkelheit verliessen. Da uns eigentlich klar war, wohin wir wollten, schien uns das wenig problematisch. Leider mussten wir jedoch in Atherton feststellen, dass die Caravan-Parks keine ständig besetzte Rezeption haben und 20 Uhr niemand mehr dort war. Also mussten wir eine Alternative suchen. Beim anderen Platz der Stadt erwartete und das gleiche Problem, also fuhren wir weiter und hofften, in einem der nahegelegenen Nationalparks ein nettes Plätzchen zu finden. Ohne brauchbares Kartenmaterial fanden wir jedoch nur durch Zufall einen einzigen kleinen Park, in dem auch noch jegliches Camping verboten war. Also ging es noch weiter. In der nächsten Kleinstadt (es war nun schon 21 Uhr) beschlossen wir, nicht weiter suchend durch die Nacht zu fahren, sondern im örtlichen Motel zu übernachten.

Am nächsten Tag unternahmen wir eine kleine Rundfahrt durch die Hochebene bei Atherton. Die Landschaft ist recht hügelig mit einigen kleinen Bergen und wirkt dadurch recht mitteleuropäisch. Hier und da findet man noch einen kleineren oder grösseren Wasserfall, von denen wir uns auch einige anschauten. Leider liess das Wetter doch zu wünschen übrig, weshalb wir beschlossen, Richtung Küste weiterzufahren.

Hier unternahmen wir noch einen Abstecher zum Paronella Park, der von einem Reisenden empfohlen worden war. Jedochh entpuppte sich das Ganze nicht als Stück unberührter Natur, sondern um einen Vergnügungspark, den ein Spanier hier 1930 im Regenwald angelegt hatte. Nach seinem Tod wurde das Gelände sich selbst überlassen. Interessanter als die Geschichte dieses Parks ist es zu sehen, wie die Natur nun nach und nach das Gebiet zurückerobert. Seinen es Brände, Fluten oder einfach nur Moose, jedes trägt ein Stück dazu bei, die Bauten abzutragen. Vermutlich wird man in 100-200 Jahren kaum noch etwas davon sehen.

02.06.07: Bowling Green Nationalpark

Und wieder ein Reisetag. Vom Paronella Park ging es ca. 250km weiter in den Süden. Hier konnten wir auch erstmalig prüfen, wieviel Benzin unser Camper braucht: ca. 12 Liter auf 100km sind nicht wenig, sodass für die ganze Reise auch ein grösserer Posten Benzinkosten einzuplanen ist (wir rechnen mit 2500-3000 km nur für die Tour von Cairns nach Brisbane).
Am späten Nachmittag trafen wir dann im Bowling Green Nationalpark ein. Hier erwarteten uns 2 verschiedene Arten von Wallabys, die sich von den Besuchern kaum stören liessen. Für einen Nationalpark war der Campingplatz recht komfortabel, sogar warmes Wasser zum Duschen war vorhanden. Neben den verschiedenen Kanguruhs waren auch noch viele Truthähne (Brush Trukeys) unterwegs, die versuchten, auch etwas von der menschlichen Nahrung abzubekommen.

Die Nacht war ruhig und vor allem: trocken! Das war unsere die erste Nacht in Queensland ohne Regen. Am Morgen fanden sich wieder sämtliche Truthähne des Nationalparks auf dem Campingplatz ein und versuchten, unachtsam deponierte Tüten (ob nun Müll oder Brot) nach Futter zu durchdursuchen. Hier mussten wir unseren Müllsack einige Male verteidigen (ich hätte nie gedacht, dass ich mal so etwas schreiben werde).

03.06.07: Eungella Nationalpark

Eigentlich sollte es heute auf eine der Whitsunday Island gehen. Bei unserer Abfahrt sah das Wetter auch recht gut aus, aber vor uns lagen noch knapp 200 km. Als wir dann in Airlie Beach ankamen, verhängten dicke schwarze Wolken den Himmel. Auch wenn es noch nicht angefangen hatte zu regnen, war doch in den nächsten Stunden damit zu rechnen. Kurzerhand beschlossen wir, das Programm zu ändern und fuhren weiter Richtung Süden. Von unserem Vermieter in Cape Tribulation war uns noch der Eungella Nationalpark empfohlen worden. Auf dem Weg dorthin wurde das Wetter immer schlechter und wir kamen dann im Regen an. Aufgrund der eingeschränkten Platzverhältnisse in unserem Camper und seiner Probleme bei Regen (die Fenster kann man kaum öffnen, da es sonst hereinregnet) beschlossen wir, lieber in einem Hotel zu übernachten. Das Broken River Mountain Retreat bot uns ein trockenes Zimmer und sogar ein Restaurant (mit einem österreichischen Koch).

Beim Einchecken wurden wir noch darüber informiert, dass gleich in der Nähe eine gute Stelle zum Beobachten von Schnabeltieren sei. Diese Beuteltiere sind im Gegensatz zu anderen australischen Säugern ausserorderntlich scheu und daher nur schwer zu beobachten (auf Kangaroo Island schug der Versuch fehl, sie zu Gesicht zu bekommen). Aber heute hatten wir Glück. In der Abenddämmerung konnten wir eines der scheuen Tiere bei der Futtersuche beobachten und feststellen, dass sie kleiner sind, als wir das erwartet hatten. Generell scheint der Beobachtungsplatz nahe des Motels einer der besten in ganz Australien zu sein, da sich die Tiere hier schon etwas an Menschen gewöhnt haben. Lärm mögen sie natürlich trotzdem nicht.

05.06.07: Weiter im Regen

Leider brachte der nächste Tag keine Besserung der Wetterverhältnisse. Es blieb regnerisch. Also beschlossen wir weiterzufahren. In Sarina besuchten wir noch eine Zuckerfabrik, aber an eine echte Werksbesichtigung war nicht zu denken. Dennoch erhielt man während einer Führung einen kleinen Einblick in die Zuckerproduktion und auch etwas Eigenwerbung der Zuckerindustrie (z.B. dass Ethanol ein sehr umweltfreundlicher Treibstoff für Autos wäre - über die Folgen von Monokulturen schwieg man sich lieber aus).

Danach fuhren wir weiter in den Süden in der Hoffnung, dort besseres Wetter anzutreffen.  In Rockhampton blieb es sogar trocken - vorerst. Während der Nacht fing es jedoch wieder an zu regnen und wir mussten feststellen, dass unsere hinteren Fenster auch im geschlossenen Zustand nicht dicht waren, weshalb am Morgen nicht nur die Schlafsäcke nass waren.
Einen geplanten Ausflug auf Great Keppel Island liessen wir in Anbetracht der Wettervorhersage (Regen auch für die nächsten 3 Tage) ausfallen.
Stattdessen unternahmen wir noch einen kurzen Ausflug in der Stadt, wobei Rockhampton sicherlich keine Touristenattraktion darstellt. Am Nachmittag wollten wir dann noch den Botanischen Garten besuchen. Dieser erwies sich als echter Geheimtip - eine weitläufige und sehr gepflegte Anlage, in der auch viele Tiere zu Hause sind - vor allem natürlich Vögel, aber auch eine grosse Schildkrötenkolonie.  Bereitete es uns auf der Tour durch den Garten noch Probleme, die fabelhaft farbigen Allfarb-Loris zu beobachten, so war dies im Cafe kein Problem mehr. Sowie ein Besucher auch nur den Versuch unternahm, etwas im Freien zu essen, belagerten diese Vögel den Tisch um auch etwas abzubekommen. Sie besassen praktisch keinerlei Scheu mehr, eines dieser Tiere sprang mir sogar auf die Hand. Für das im angeschlossenen Shop angebotene Futter schienen sie sich allerdings nicht zu interessieren - menschlisches süsses Gebäck war wohl eher nach ihrem Geschmack. Am späten Nachmittag traten wir die Weiterreise Richtung Süden an, wo wir in Gin Gin übernachteten. Dieser Ortbeschreibt sich im Prospekt der lokalen Tourismusbehörde bezeichnenderweise als "... halfway to everywhere" und das ist auch schon alles, was es zu sagen gibt. Hier stranden wohl nur Leute, die die 700km zwischen Rockhampton und Brisbane nicht an einem Stück absolvieren wollen. Noch ein paar Highlights von Gin Gin gefällig? Wie wäre es mit dem längsten nicht abgestützten von Hand geschaffenen Tunnel der südlichen Hemisphäre? Klingt doch toll - oder? Dieses "engineering masterpiece" hat nach den Abbildungen allerdings eine Länge von ca. 100 Meter - also vielleicht doch nicht etwas, weswegen man unbedingt einen Zwischenstop einlegen würde. Das spannendste an diesem Tunnel ist wohl noch die dort lebende Fledermaus-Kolonie.

06.06.07: Unterschiedliche Reaktionen aufs Wetter

Und wieder Regen. Da unser Camper diesem starken Regen nicht so recht gewachsen war und an das Wasser nachts an den Seitenscheiben eindrang, war das Schlafen im Auto kein Genuss. Die Autovermietung war der Meinung, dass das mit einem anderen Modell wohl gleich wäre. Da es auch die nächsten 2-3 Tage regnen soll, beschlossen wir auf ein normales Auto umzusteigen und doch wieder in Hotels zu übernachten. Die Autovermietung brauchte etwas Zureden, war aber dann doch bereit, den Camper gegen ein normales Auto umzutauschen.
Anschliessend wollten wir in Brisbane übernachten. Das sollte in einer Stadt mit 1.5 Millionen Einwohnern eigentlich kein Problem sein. Leider war das ein Trugschluss, denn im Grossraum Brisbane waren wegen irgendeines Autorennens praktisch alle Hotelzimmer ausgebucht. Letztendlich fanden wir in einem Motel in Ipswitch noch ein Zimmer, was für eine Nacht ausreichen sollte.
Die ausgiebigen Regenfälle lösten auch bei den Einwohnern starke Reaktionen aus. Allerdings nicht die gleichen wie bei uns. Es war durchaus frustrierend zu hören, wie "die stärksten Regenfälle seit über 3 Jahren" im Radio gefeiert wurden und über den tollen Geruch nasser Strassen debattiert wurde. Nun mag Wasserknappheit in Australien schon ein Problem sein. Allerdings fragt man sich dann, wieso fast im gesamten Küstenstreifen Zuckerrohr angebaut wird - eine Pflanze die nur bei reichlich Feuchtigkeit ordentlich wächst.

09.06.07: Und es geht weiter

Nach der Nacht in Ipswitch wollten wir nochmals nach Brisbane. Wir unternahmen einen kleinen Spaziergang durch die Innenstadt, die uns aber nicht alzu spannend erschien. Da noch reichlich Zeit war besuchten wir noch den Lone Pine Koala Sanctuary. Allerdings handelt es sich hierbei eher um einen Privatzoo, während wir eher einen kleinen Wildpark erwartet hatten.
Am späten Nachmittag reisten wir nach Warwick weiter. Dort wollten wir in einer ehemaligen Abtei übernachten, doch leider war es nicht möglich, dort ohne Voranmeldung ein Zimmer zu bekommen (wir waren wohl die einzigen Gäste und die Vermieterin schien nicht sonderlich interessiert daran, dass wir dort übernachteten). Also verbachten wir die Nacht in einem der zahlreichen Motels dort.
Am nächsten Morgen unternahmen wir noch einen kleinen Ausflug zum nahegelegenen "Queen Mary Fall", wo es doch recht kalt war. Am Nachmittag ging es weiter nach Balendine wo wir Nicoles Onkel noch einen Besuch abstatten wollte. In Stanthorpe wurden wir darauf hingewiesen, dass es schwierig werden könnte, ein freies Hotelzimmer zu bekommen, da dank des "Queens Birthday" Feiertages ein langes Wochenende vor der Tür stand und viele Australier dieses nutzen um ins kühlere Hochland zu gehen. Die meisten ahnten wohl bei der Buchung nicht, was für ein Wetter sie hier erwarten sollte.
Da das Wetter auch am nächsten Tag nicht wirklich berauschend war (regnerisch und ziemlich kalt)  verbrachten wir den Tag bei Nicoles Onkel und unternahmen nicht den geplanten Ausflug in den nahegelegenen Nationalpark. Wenn wir dorthin früh aufgebrochen wären, wären wir vermutlich sogar auf Schnee gestossen. Auch für die nächste Nacht wird in Tenderfield (nur 30km von hier entfernt) Schnee erwartet.
Heute wurden sogar Teile von New South Wales zur "Nature Catastrophe Zone" erklärt. Die Regenfälle in der Umgebung von Sydney sind die stärksten seit 40 Jahren. Die Wettervorhersage lässt vermuten, dass es noch die nächste Woche so bleiben wird, uns erwartet also auch in Sydney Regen.

13.06.07: Lamington Nationalpark

Lamington Nationalpark Auf der Weiterfahrt versuchten wir am Sonntag abend in der Nähe eines Nationalparks oder irgendwo sonst in der Natur eine Übernachtungsmöglichkeit zu finden. Leider ohne Erfolg. Überall, wo wir nachfragten, erhielten wir die Auskunft, dass am langen Wochenende praktisch alles ausgebucht ist. Also beschlossen wir, in den sauren Apfel zu beissen und nach Brisbane zu fahren. Am nächsten Tag ging es dann weiter zum Lamington Nationalpark. Schon auf der Fahrt dorthin konnten wir spüren, was uns erwarten sollte, denn überall fanden wir grosse Menschenmengen vor, die das lange Wochenende und das schöne Wetter ausnutzen wollten. So war es dann auch im Nationalpark. Da man hier aber ein recht grosses Netz an Wanderwegen vorfindet, verteilten sich die Menschen doch einigermassen, sodass es im Wald nicht allzu laut wurde. So konnten wir im Unterholz auch einige Filander (ähnlich Wallabies, aber noch etwas kleiner) beobachten. Da die Unterkunft in der Binna Burra Mountain Lodge recht angenehm war, beschlossen wir, auch den nächsten Tag noch hier zu verbringen. Am Abend gab es noch eine Digeridoo-Vorstellung, bei der sich zeigte, dass man diesem Instrument auch durchaus witzige Laute entlocken kann und es sich doch um ein sehr vielseitiges Instrument handelt. Weiterhin wurden wir Zeugen, dass einem Stück PVC-Rohr praktisch die gleichen Töne entlockt werden können. Am nächsten Tag unternahmen wir noch einige kleinere Wanderungen, bei denen wir wieder einige Tiere beobachten konnten, u.a. wieder viele Filander, die durchs Unterholz hüpften.
Am nächsten Morgen ging es zurück nach Brisbane, wo wir dem Daisy Hill Koala Center noch einen Besuch abstatteten. Hier konnten wir zwar keine Koalas in der Natur finden (der Park hat eine gewisse Grösse, sodass die Koalas sich gut verteilen können), aber immerhin einige Wallabies und natürlich auch ein paar Lachende Hans (wie ist davon eigentlich der Plural?).
Am Nachmittag ging es dann zum Flughafen und weiter nach Sydney.

14.06.07: Sydney

Sydney Am Morgen erwachten wir bei strahlendem Sonnenschein. Da musste doch etwas falsch sein! Nach dem Frühstück unternahmen wir noch einen kleineren Spaziergang durch Double Bay, dann ging es weiter zur Fähre, mit der wir in die Innenstadt fahren wollten. Leider fiel die 11 Uhr-Fähre ohne Vorankündigung aus, wenigstens kam eine halbe Stunde später noch eine. Langsam bewölkte sich der Himmel, aber wenigstens blieb es trocken - noch. Um einen kleinen Überblick zu bekommen, drehten wir dann eine Runde mit der Monorail um in Chinatown Mittag zu essen. Als wir den Markt wieder verliessen, regnete es draussen in Strömen - mal wieder. Es war schon schwierig die nächsten 100 Meter zur Monorail zu kommen ohne komplett durchnässt zu sein. Also fuhren wir weiter zum Aquarium, denn an einen Spaziergang durch die Innenstadt war nicht zu denken. Das Aquarium von Sydney ist wirklich einen Besuch wert, sodass wir hier lange Zeit verbrachten. Die Regenintensität wechselte während der Zeit zwischen leichten Nieseln und Wolkenbruch hin und her. Nachdem wir das Aquarium wieder verlassen hatten nahmen wir wieder das Monorail zum Stadtzentrum und wollten eigentlich noch kurz durch die Stadt gehen. Als wir aber ausstiegen, war gerade wieder die Regenphase "Wolkenbruch", sodass wir beschlossen, einfach das erstbeste Taxi zum Hotel zu nehmen. Sydney scheint eine sehr schöne Stadt zu sein, leider waren die Wetterumständen nicht unbedingt dazu geeignet, viele schöne Ecken zu besuchen. Vielleicht beim nächsten Australien-Besuch.

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