Minolta Dimage D7i

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Die DImage 7i besitze ich seit Sommer 2002. Nach einer langen Zeit ohne Digitalkamera (mit der "guten alten" Dynax 7) war die Verlockung vom 5 Megapixeln für einen bezahlbaren Preis doch zu gross und ich wagte erneut den Einsteig in die Digitalfotografie. Eins gleihc vorweg: Ich habe es nicht bereut.

Erster Eindruck

Die Kamera ist nicht die kleinste, liegt dadurch aber sehr gut in der Hand. Das Drehzoom ist recht schwergängig, verändert dadurch aber nicht einfach versehentlich seine Einstellung.

Die Verarbeitung könnte besser sein, das Gehäuse macht einen billigen Eindruck. Obwohl Minolta für den grössten Teil des Gehäuses eine Magnesiumlegierung benutzt, fühlt sich die Kamera wie Plastik an. Im direkten Vergleich ist die Nikon Coolpix 5700 meilenweit voraus. Auch ein noch größerer Zoombereich wie bei der Nikon Coolpix 5700 wäre nicht schlecht. Dafür müsste man dann vermutlich auf den Weitwinkel-Bereich verzichten, was auch nicht wünschenswert wäre.

Immer noch nicht so richtig im Griff hat Minolta das Verkleben der Gummiteile, denn nach einem - zugegebenermassen recht rauen - Urlaub in Ecuador hatten sich sowohl der Zoomring als auch die Augenmuschel teilweise gelöst. Nichts, was unterwegs zum grossen Problem geworden wäre, aber dennoch störend.


Objektiv

Das 28-200mm Zoom (35mm Equivalent) ist das Highlight der Kamera. Apochromatisch korrigiert bietet es genügend Auflösung für die 5 Megapixel der Kamera.

Positiv zu erwähnen wäre auch das Filtergewinde 49mm. Bei "normalen" Kameras wäre das keine Erwähnung wert, jedoch ist dies bei Digitalkameras leider immer noch nicht normal. Leider muss man dennoch Filter mit einem Gewinde von mindestens 55mm (besser 62mm) einsetzen, wenn man Vignetierungen im Weitwinkelbereich vermeiden will. Mit meinem 52mm Polfilter (und entsprechendem Adapterring) sind erst bei 50mm Brennweiteneinstellung vignettierungsfreie Bilder möglich.

Das Objektiv hat im 28mm-Weitwinkeleinstellung eine deutliche tonnenförmige Verzerrung. Diese fällt jedoch nur bei Aufnahmen mit geraden Linien bemerken und z.B. mit den Panoramatools einfach korrigieren.

Noch ein Tipp zur Gegenlichtblende: Benutzen sollte man sie wenn es nur geht. Wenn man sie jedoch aufsteckt, wundert sich mancher vielleicht, dass sie 1. nicht richtig festsitzt und 2. schief auf dem Objektiv sitzt. Hier hilft nur etwas Kraft. Noch etwas weiter drehen und die Gegenlichtblende rastet ein, sitzt dann auch bombenfest und gerade. Dies ist scheinbar so gewollt, dennoch braucht es etwas Überwindung fürs erste Mal, denn man hat schon das Gefühl, dass die Kamera dies eigentlich nicht mag.

Auflösung

5 Megapixel sind derzeit in der Oberklasse von Nicht-Spiegelreflex-Digitalkameras normal. Die Qualität der Aufnahmen reicht selbst bei JPG-komprimierten Dateien aus, um problemlos relativ gute A3+-Ausdrucke herzustellen. Da schafft man natürlich kein 300 dpi mehr, da derartige grosse Ausdrucke jedoch sowieso aus einem grösseren Abstand betrachtet werden, ist das unproblematisch. Die Ergebnisse sind in meinen Augen mindestens gleichwertig wie entsprechend grosse Vergrösserungen vom Kleinbildfilm.

Ein generelles Problem bei der D7x-Serie ist das Rauschen bei höheren Empfindlichkeiten. Hier schaffen andere Hersteller klar bessere Ergebnisse. Bei ISO100 und ISO200 sollte man jedoch kein allzu grosses Problem damit haben.

Speicher

Die D7i kann mit Compactflash Type I und II arbeiten, auch das Microdrive 350 MB und 1GB wird unterstützt. Auf ein Microdrive passen bei höchster Auflösung und geringster JPEG-Kompression immerhin 400 Fotos, was auch für ausgedehnte Fotosessions genug sein sollte. Es soll auch Leute geben, die damit einen ganzen Urlaub schaffen, was bei mir mit ca. 100 Bildern pro Tag jedoch nicht der Fall ist.

Eher als Witz muss man die beigelegte 16 MB Compactflash-Karte ansehen. Weniger als 64 MB machen eigentlich keinen Sinn. Ich habe beschlossen, lieber gleich ein 1GB Microdrive zu nutzen. Dieses funktioniert anstandslos und hinreichend schnell. Lediglich für Videoaufzeichnungen mit Ton ist es problematisch, da in diesem Falle auch die Laufgeräusche der Platte zu hören sind.

Autofokus

Der Autofokus ist laut Testberichten für dieser Kameraklasse sehr gut, dennoch hat er im Makrobereich doch teilweise Probleme, die Schärfe zu finden. Gerade wenn das Motiv beweglich ist, ist es dann manchmal günstiger, auf manuelle Fokussierung umzuschalten. Der Fokussierring ist sicher keine Ideallösung, aber dennoch brauchbar. Wie üblich in dieser Kameraklasse fehlt natürlich ein Schärfentiefenskala - leider.

Stromversorgung

Die AA-Akkus sind zwar schwer, dafür im Notfall überall erhältlich. Erwähnenswert ist auch das manuelle Zoom. Elektrisch betriebene Zooms sehen zwar irgendwie "cooler" aus, sind in der Praxis allerdings deutlich unpraktischer, weil wesentlich langsamer.

Blitzanschluss

Die volle Unterstützung für Systemblitzgeräte ist auf der einen Seite positiv, funktioniert jedoch leider nur mit der letzten Blitz-Generation (3600 HS, 5600 HS). Warum man unbedingt auf die ADI-Blitzsteuerung angewiesen ist, bleibt mir ein Rätsel. Ältere Geräte wie mein alter 5400HS funktionieren nicht mit der Dimage 7i - d.h. es ist nicht einmal möglich, einen Blitz zu zünden. Für Minolta-Besitzer dürfte auch interessant sein, dass die Dimage 7i den Fernauslöser benutzt wie die Minolta-Spiegelreflexkameras.

Bedienung

Besitzer von Minolta-Spiegelreflexkameras dürften den  "Eye-Start-AF" kennen. Dieses System kommt auch bei der Dimage 7i zur Anwendung. Hier sorgt es allerdings dafür, dass der Sucher erst eingeschaltet wird, wenn man auch wirklich hineinschaut. Dies spart wieder etwas Strom, wodurch die Batterien länger halten.

Ach sonst ist die Dimage 7i eher eine Kamera für Spiegelreflex-Umsteiger als für Neulinge. Neben den üblichen Motivprogrammen gibt es auch einen Programmshift und natürlich werden Blende und Belichtungszeit auch im Sucher angezeigt. Natürlich gibt es auch Blenden- und Zeitautomatik, sowie den manuellen Betrieb in dem Blende und Belichtungszeit selbst gewählt werden können.

Durch den elektronischen Sucher lassen sich auch Funktionen realisieren, die mit einem normalen Sucher nicht möglich wären. So kann die Dimage 7i im Sucher ein Histogramm des Sucherbildes einblenden wie auch ein Gitternetz und ein Fadenkreuz. Schluss also endlich mit dem Wechseln von Sucherscheiben ! Die Schärfe des Suchers ist sicher nicht mit einem normalen Spiegelreflexsucher zu vergleichen. Dennoch reicht der Sucher in den meisten Fällen, um die Schärfe beurteilen zu können.

Video

Die Videofunktion mit 15 Bildern/s und maximal 60 Sekunden Videoaufzeichnung im Quicktime-Format erscheint auf den ersten Blick als nutzlose Zugabe. Aber warum sollte man im Urlaub nicht wirklich mal ein paar kurze Videosequenzen aufnehmen ? Eine Alternative zu "richtigen" Videokameras ist das natürlich nicht, aber Spass macht es trotzdem.

Ausstattung

Ein grösserer Puffer wäre für die Arbeit mit RAW-Dateien oder unkomprimierten TIFFs dringend zu empfehlen, denn beim Fotografieren von RAW-Dateien nervt die Wartezeit von bis zu 10-30 Sekunden zwischen 2 Fotos schon deutlich. Hier bietet sich die D7Hi an. Jeder, der sich jetzt eine neue Kamera kaufen will, sollte sich überlegen, ob er nicht die 200 € für die D7Hi ausgeben will. Der grosse Puffer von 64 MB wäre für mich ein klares Kaufargument, allerdings auch das einzige. Wer nicht oder selten mit RAW-Dateien arbeitet, für den reicht die D7i jedoch vermutlich aus.

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