Leica Minilux

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Irgendwann bemerkte ich, dass oftmals keine Kamera zur Hand hatte, wenn ich unterwegs war. Der Grund ist ganz einfach: Meine Spiegelreflexausrüstung bringt selbst in "Minimalkonfiguration" knapp ein Kilogramm auf die Waage und ist auch ansonsten nicht als sonderlich kompakt zu bezeichnen (obwohl die Dynax 7 im Vergleich zu anderen ähnlich ausgestatteten Spiegelreflexkameras eigentlich recht klein ist). Es ist halt keine Kamera, die man man schnell in die Jackentasche steckt.

Also wäre doch eine "kleine Kompakte" ganz nett.  Kompakt, haltbar und lichtstark sollte sie sein. Die erste Idee war eine "alte" Rollei 35, die gebraucht relativ günstig zu haben ist und extrem klein ist (wenn man bedenkt, dass es sich nicht um eine APS-Kamera handelt). Das Problem daran: keinerlei Automatik.  Und wenn man nun on der Spiegelreflexfotografie den Autofokus gewöhnt ist, wäre es schon eine ziemliche Umgewöhnung, wieder Entfernungen zu schätzen. Gerade bei einem lichtstarken Objektiv muss man hier auch recht genau schätzen. Was gäbe es denn noch ? Diese Entscheidung wurde mir abgenommen, als ich kurz darauf in einem Fotoladen eine gebrauchte Leica Minilux sah. Einmal kurz ausprobiert, dann wusste ich: "die ist es !"

Die Minilux kann ganz normal als vollautomatische Kamera eingesetzt werden, sie schaltet den Blitz automatisch zu, wenn sie dies für notwendig hält. Aber es geht auch anders: Die Blende kann vorgewählt werden, wodurch sich indirekt auch die Belichtungszeit ändern lässt und auch der Autofokus lässt sich durch manuelles Wählen der Entfernung abschalten. Um schwierige Belichtungssituationen auszugleichen, lässt sich die Belichtungsautomatik in halben Blendenschritten um bis zu 2 Blenden korrigieren. Das sollte für den Gebrauch als "Schnappschusskamera" ausreichen.

Ein paar Schwachpunkte in der Bedienung sollen jedoch nicht verschwiegen werden. Als erstes ist mir unklar, warum ich den Knopf für den Blitzsteuerung 6x (!!!) drücken muss, um die Blitzautomatik abzuschalten. Das dumme daran ist, dass die Kamera diesen Zustand beim Ausschalten sofort wieder vergisst und man nach dem Einschalten dieselbe Prozedur wiederholen darf. Die Einstellung der Belichtungskorrektur kann auch nicht unbedingt als gelungen bezeichnet werden. Will man die Korrektur für einen ganzen Film benutzen (z.B. weil der Film gepusht werden soll) ist die Bedienung ja in Ordnung. Für eine einzelne Aufnahme erweist sich dies jedoch als recht nervig (erst lange drücken, dann mehrmals kurz drücken, bis gewünschter Wert erreicht). Ein kleiner Drehschalter hätte dies enorm erleichtert, passte aber scheinbar nicht ins Designkonzept.

Womit wir beim Design wären: Manche mögen das Ding für ein Brotbüchse halten, Fans schlichten Designs (wie ich) werden sich freuen. Bis auf ein paar schon erwähnte Details kann das Design als gelungen bezeichnet werden. Nichts für verspielte Typen, dafür auch keinerlei abstehende Teile, die in der Jackentasche stören würden. Im abgeschalteten Zustand ist das Objektiv eingefahren, damit hat man einen nahezu perfekten Quader vor sich.

Mit über 300g kann man die Minilux nicht gerade als Leichtgewicht bezeichnen, aber das Titangehäuse und das (vermutlich) robuste Innenleben bringen nun mal etwas Gewicht mit. Dennoch dürfte sie in einer Jackeninnentasche nicht sonderlich stören. Und wer diese Kamera einmal in der Hand gehabt hat, wird die Verarbeitung sicher mögen. Alleine der Verschluss des Batteriefaches übertrumpft "normale" Spiegelreflexkameras bei weiten. Gegen die Plastikabdeckung bei meiner Minolta Dynax 7 kann man die der Minilux getrost als Tresor bezeichnen.

Was gibt es noch zu sagen? Wer bereit ist, etwas mehr Geld für eine Kompakte auszugeben und auf ein Zoomobjektiv zugunsten einer optisch hervorragenden Festbrennweite zu verzichten, der liegt mit der Minilux genau richtig. Die Preise auf dem Gebrauchtmarkt dürften mit zunehmender Verbreitung von kompakten Digitalkameras fallen, aber solange noch keine Digitale mit der Verarbeitungsqualität und der optischen Leistung einer Minilux mithalten kann, würde ich zum Kauf der Minilux raten. Gebraucht dürfte die Kamera schon für einen Preis von ca. €350 (Tendenz fallend) zu bekommen sein, was sicherlich nicht als Billigangebot bezeichnet werden kann, aber den realen Gegenwert widerspiegelt.

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