Lautsprecher furnieren

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Einführung

Der Eigenbau von Boxen mit Hilfe eines fertigen Bausatzes ist prinzipiell kein grosses Problem. Nach dem Zusammenleimen des Gehäuses stellt man jedoch schnell fest, dass selbst billige Fertigboxen eine Oberflächenverarbeitung haben, die mit Heimmitteln nicht ganz einfach zu schaffen ist. Im Prinzip gibt es 2 Varianten:

  • Lackieren und
  • Furnieren.

Aus meiner Sicht ist für den Heimwerker, der etwas mit Holz arbeitet eine gut furnierte Box einfacher zu schaffen als eine perfekte Lackoberfläche. Daher sind die meisten meiner Boxen furniert.  Im folgenden möchte ich meine persönliche Furniermethode beschreiben.

Um es gleich noch vorwegzunehmen: Ich habe keine Schreinerausbildung und keine grosse Werkstatt. Diese Anleitung zeigt, wie ich meine Boxen mit Hausmitteln furniert habe. Profis würden vermutlich das eine oder andere anders machen. Als Alternative kann man das Furnier z.B. aufpressen. Der Haken daran: Gerade bei einer Standbox braucht man dann eine Unmenge von Schraubzwingen. Da ich nur 8 Stück habe und alleine wegen des Furnierens nicht nochmal 10-20 weitere anschaffen wollte, habe ich mich für die "Bügelmethode" entschieden.

Aufbügeln des Furniers

Als erstes wird das Furnier wird auf die richtige Grösse geschnitten. Auf jeder Seite sollte das Furnier mindestens einen Zentimenter überstehen. Zu viel ist auch nicht gut, da es das Abschleifen dann erschwert.

Nun kommt ordentlich Leim auf die Box. Man sollte es mit der Menge allerdings auch nicht übertreiben. Das ganze wird mit einem Zahnspachtel gut verteilt. Wenn der Leim nicht zu dick ist, reicht auch ein recht grober Zahnspachtel (was bei mir immer noch die feinste Variante ist, die ich im Baumarkt bekommen habe). Vor allem auf die Kanten achten, hier ist der Leim am wichtigsten!

Als nächstes wird as Furnier von der Aussenseite angefeuchtet. Dann kann auf der Innenseite Leim dünn aufgetragen werden. Hierfür ist der Zahnspachtel definitiv zu grob. Also wird der Leim aufgekleckst und mit den Fingern fein verteilt (hierfür gibt es vermutlich Alternativen, aber bei mir hat sich das recht gut bewährt). Da auf diese Art beide Seiten feucht werden, wellt sich das Furnier kaum.

Beides lässt man jetzt 30-40 Minuten antrocknen, der Leim auf der Box sollte dann immer noch nicht fest, sondern sehr zäh sein. Je nach Leimart, kann die Zeit auch kürzer sein, daher sollte man die Leimkonsistenz regelmässig prüfen.

Als nächstes wird das Furnier aufgelegt und ausgerichtet, aber noch nicht angedrücken. Je nach Furnierart kann es hilfreich sein, mit einem feuchten Schwamm die Oberfläche des Furnieres nochmals zu befeuchten, um Risse zu vermeinden. Leider funktioniert das bei unterschiedlichen Holzarten nicht gleich gut, daher ist hier vorsichtiges Probieren zu empfehlen.

Das Bügeleisen wird jetzt auf "Baumwolle" erwärmt. Je nach Holzart kann es hier Unterschiede geben. Für Birkenfurnier mit 0.5mm Dicke hat sich die Einstellung Baumwolle bewährt. Mit dem Bügeleisen wird jetzt die Fläche überbügelt (wer selbst seine Kleidung bügelt, sollte das problemlos schaffen). Dabei in Maserrichtung bügeln, nicht quer dazu! An den Kanten muss man hier aufpassen, hier kann es durch das plötzliche Trocknen des Furniers zu Rissen kommen. Diese lassen sich am besten vermeiden, wenn nur sehr wenig Furnier übersteht.

Als Abschluss werden sämtliche Kanten fest angebügelt. Dazu setzt man das Bügeleisen nicht flach, sondern etwa im Winkel von 45 Grad an. Die Kanten werden hierdurch etwas dunkler, das ist ein Zeichen, dass es auch halten sollte. Nach dem vollständigen Trocken ist das nicht mehr zu sehen.

Jezt lässt man den Leim noch etwas austrocknen. Je nach Leimart kann man teilweise recht schnell mit dem Schleifen beginnen oder muss länger warten.

Kanten bearbeiten

Generell empfehle ich, mit den unkritischen Kanten zu beginnen, also denen, bei denen Fehler am wenigsten auffallen (bei Boxen meist die hinteren) .

Hierzu benutzt man am besten ich einen normalen Handschleifklotz und Schleifpapier der Körnung 80-100 (mehr geht auch, aber es wird recht mühsam).

Man fängt mit mit den Kanten in Maserrichtung an, diese sind am einfachsten zu verarbeiten. Hier wird der Schleifklotz im Winkel von 45 Grad angesetzt und mit etwas Druck ganz kurz angeschliffen. Das überstehende Material knickt dann zur Seite weg. Jetzt kann das ganze direkt an der Kanten flach durchgeschliffen werden, bis das überstehende Material einfach abfällt. Dabei ist aber zu beachten, dass die "echte" Kante nicht in Mitleidenschaft gerät, sondern das Material dort voll stehenbleibt.

Die Kanten, die quer zur Maserrichtung verlaufen, sind schwierig zu bearbeiten. Daher schneide ich hier mit einem scharfen Messer das überstehende Material möglichst nahe an der Kante ab, damit nur noch sehr wenig Material übersteht. Diese wird dann in Maserrichtung. Sollte nur noch weniger als ein Millimeter Material stehen, kann man auch ganz vorsichtig quer zur Maserrichtung schleifen. Ja nach Holzart, kann das Furnier dann aber mehr oder weniger schnell ausreissen.

Wenn das alles geklappt hat, sollte die Kante nahezu perfekt aussehen. Die Flächen sind noch etwas rauh, aber das endgültige Abschleifen der ganzen Fläche erledigt man am besten direkt vor dem Lackieren, denn während der Bearbeitung der anderen Fläche kann es schon passieren, dass z.B. kleine Verunreinigungen entstehen, die dann eh wieder abgeschliffen werden müssen.

Oberflächenbehandlung

Die rohe Furnieroberfläche ist nicht sehr resistent gegen Verschmutzungen, daher sollte die Oberfläche noch nachbehandelt werden. Bei mir hat sich für diesen Zweck Hartwachsöl bewährt. Allerdings sollte man bei hellen Furnieren beachten, dass diese durch das Hartwachsöl doch recht deutlich nachdunkeln. Im Zweifelsfall sollte man das an einem Teststück prüfen.

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