Stativ Kaufberatung

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Einführung

In nahezu jedem Fotobuch kann man lesen, dass man wenn immer möglich ein Stativ benutzen sollte. Der Grund dafür ist klar: Mit längeren Belichtungszeiten steigt die Gefahr des Verwackelns. Als Faustregel gilt, dass als längste Belichtungszeit 1/Brennweite aus der Hand gehalten werden sollte, d.h. bei einem 28-er Weitwinkel z.B. 1/30s und bei einem 200-er Tele 1/200s. Diese Regel ist auch in vielen modernen Kameras eingebaut, die den Blitz zuschalten, wenn die Belichtungszeit zu lang werden würde.

Nun sind aber nicht alle Menschen gleich, weshalb es Leute gibt, die Fotos viel schneller verwackeln, aber auch welche, die selbst mit einem 200-er Teleobjektiv 1/60s gut halten können. Wenn nicht allzu grosse Vergrösserungen gemacht werden sollen, ist das weniger kritisch, bei grossen Vergrösserungen fällt jedoch schon die kleinste Verwacklung auf.

Auch Objektive mit Bildstabilisator (Canon: IS, Nikon: VR, Sigma: OS) erlauben es zwar, längere Belichtungszeiten aus der Hand zu fotografieren, machen ein Stativ jedoch nicht überflüssig. Berichten von Leuten, die es mit einem Objektiv mit Bildstabilisator schaffen wollen, auch 200mm Brennweite noch 1/8s ohne Verwackeln zu schaffen, stehe ich sehr skeptisch gegenüber. Je nach System bringt ein Bildstabilisator eine 2- bis 8-fache Verlängerung der Belichtungszeit, mehr dürfte nicht drin sein.

Hat man einmal akzeptiert, dass man doch ein Stativ braucht, steht die Frage, welche Anforderungen es erfüllen sollte.

Stabilität

Ein Stativ ist nutzlos, wenn die Kamera darauf nicht bombenfest steht. Solche Wackelstative lassen sich bestenfalls einsetzen, wenn man kurze Belichtungszeiten nutzt, die man aber eigentlich auch aus der Hand geschafft hätte. Interessant sind solche Stative evtl.für Aufnahmen mit Selbstauslöser (natürlich nur, wenn die Belichtungsszeit kurz genug ist). Ansonsten sollte man ein Stativ wählen, dass das schwerste Ausrüstungsstück (z.B. Kamera mit dem grössten vorhandenen Teleobjektiv) problemlos tragen kann, ohne dass die Beine anfangen zu wackeln. Besitzer von Kompaktkamera sind da im Vorteil, weil hier die Kamera natürlich nicht viel wiegt. Allerdings kann zu wenig Gewicht auch die Folge haben, dass das Ganze bei etwas Wind schon anfängt zu schwanken oder gar umzufallen. Hier hilft es, wenn das Stativ an der Mittelsäule mit einem Zusatzgewicht verstärkt werden kann (man muss nicht Gewichte herumtragen, sondern kann z.B. einfach seine Fototasche oder einen kleinen Rucksack dranhängen).

Höhe

Hier wird es schon nicht mehr so einfach, generelle Tips zu geben. Natürlich ist es besser, wenn ein Stativ möglichst hoch ausgefahren werden kann, jedoch muss dann gleich viel mehr Material eingesetzt werden, um die gleiche Stabilität zu erreichen. Und mehr Material bedeutet immer auch mehr Gewicht und höherer Preis. Also gilt es einen gesunden Kompromiss zu finden. Stative unter 1,20m Auszugshöhe dürften nur für kleine Menschen oder spezielle Anwendungen sinnvoll sein. Mehr als 1,50m machen nur für sehr grosse Menschen Sinn, wenn man bedenkt, dass da noch Stativkopf und Kamera dazukommen, was die Gesamthöhe dann nochmals deutlich erhöht.

Gewicht

Ein nicht zu unterschätzendes Argument! Wer immer mit dem Auto zu seinen Fotogebieten fährt und auch dann kaum Weg zu Fuss zurücklegt, dem dürfte das Gewicht recht egal sein. Wer jedoch viel zu Fuss unterwegs ist und dabei evtl. noch viele andere Dinge mitschleppen muss (z.B. Trekking), der freut sich über jedes Gramm, was weniger zu tragen ist. Um Gewicht zu sparen, werden die meisten modernen Stative aus Aluminium gefertigt. Wenn es noch leichter werden soll,lässt sich gute Stabilität nur durch Hightech-Materialen wie Karbon und Magnesium erreichen. Dies zeigt sich dann aber recht extrem im Preis.

Material

  • Stahl
    Sehr schwer und heute praktisch nicht mehr zu finden - zu recht.
  • Aluminium
    schon deutlich leichter, benötigt aber recht dicke Rohre, wenn es wirklich stabil sein soll. Aluminium-Stative sind noch recht preiswert.
  • Carbon
    Ein sehr leichtes und steifes Hightech-Material. Carbon-Stative sind in der Regel einiges leichter als gleichwertige Alu-Stative, dafür allerdings auch wesentlich teurer. Wenn es aufs Gewicht ankommt, gibt es aber kaum eine Alternative.
  • Basalt-Fasern
    Dieses Material setzt Gitzo exclusiv ein. Es ähnelt Carbon, ist jedoch robuster bei Schlägen.
  • Holz
    Das Low-Tech-Material! Holzstative sind zu unrecht nicht mehr "in". Ein Holzstativ ist heutzutage auch kein extrem schweres Teil mehr, so bekommt man ein kompaktes Erlenholzstativ schon ab knapp über 2kg Gewicht - was teilweise leichter ist als vergleichbare Aluminiumstative!

Sonstiges

Noch zu beachten sind folgende Punkte:

  • Packmass d.h. die Grösse des Statives im zusammengepackten Zustand. Interessant ist dies vor allem für Leute, die viel unterwegs sind und nicht viel Platz zu verschenken haben.
  • Anzahl Glieder pro Bein Prinzipiell gilt: je weniger, desto besser. Klemmungen zwischen den Gliedern sind die schwächsten Stellen des Stativs. Andererseits gehen weniger Glider automatisch mit einem grösseren Packmass einher
  • Art der Klemmung Wie werden die Stativglieder untereinander arretiert ? Hierfür gibt es verschiedene System, die nicht prinzipiell "gut" oder "schlecht" sind. Wichtig ist, dass das Ganze fest sitzt, alles andere ist eher Frage des persönlichen Geschmacks.
    Ausprobieren ist hier sehr hilfreich, denn nicht alles, was gut aussieht, ist auch problemlos zu bedienen.
  • Schenkelkopf
    Gerade beim Videofilmen gibt es nichts schlimmeres als einen schiefen Horizont. Ein Stativ exakt gerade aufzustellen ist aber extrem schwierig - zumindest wenn man in der Natur unterwegs ist. Ein neigbarer Kopf kann hier sehr hilfreich sein, da das Ausrichten dann nicht durch Änderung der Beinlänge erfolgen muss. Im Fotobereich ist das eher unkritisch, da man die Ausrichtung hier einfach durch einen Kugelkopf erreichen kann.

Persönliche Erfahrungen

Es gibt also sehr viele Sachen, die beim Kauf eines Statives zu berücksichtigen sind. Auf meiner Suche nach einem Stativ, was auch zum Wandern mitgenommen werden kann, habe ich einige Stative angeschaut. Der Einsatzbereich ist hier recht speziell, weshalb das ganze nicht als generelle Empfehlung dienen kann. Es soll lediglich darum gehen, zu zeigen, welches meine Anforderungen waren.

Stativ-Produzenten

  • Cullmann
    Eher im unteren Preisbereich anzusiedeln, aber hier sind durchaus interessante Detaillösungen zu finden.
  • Manfrotto
    Breite Produktpalette in Aluminium und Karbon, preislich ist für jeden etwas dabei
  • Gitzo
    Aluminium- und Karbonstative, sehr gute Qualität, aber auch nicht ganz billig.
  • Wolf
    Holz- und Aluminiumstative zu sehr interessanten Preisen
  • Berlebach
    Sehr grosse Auswahl an Holzstativen

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