JX92 in Bassreflex

 Startseite | Blog | Sitemap | Impressum | Login

Einführung

Nach meiner ersten Jordan 3l-Satellitenbox stellte sich die Frage, ob man auf Basis des JX92S nicht doch eine Standalone-Box bauen sollte, die ohne Subwoofer auskommt.

Also habe ich das ganze mit WinBoxSimu durchgerechnet und kam auf eine 17-Liter-Box mit einer Bassreflexabstimmung  auf etwa 41 Hz.

Damit sollte ein Frequenzgang von 39-20.000 Hz erreichbar sein. Und 39Hz sind für einen 13cm-Lautsprecher ja ein ziemlich ordentlicher Wert. Für eine Regalbox sind 17 Liter Volumen schon etwas viel, also sollte es eine Standbox werden. Da die kleinen 3-Liter-Satelliten Würfel mit 18.8 cm Seitenlänge sind, habe ich diese Grösse  als Basis für die Standbox gewählt. Die Aussenmasse betragen 105 x 18.8 x 18.8 cm.

Akkustisch ist ein quadratischer Querschnitt sicher nicht die beste Lösung. Da mir das Design jedoch auch sehr wichtig war, war ich bereit entsprechende Kompromisse bei der Akkustik einzugehen.

 Insgesamt hätte diese Box dann deutlich mehr als 17l Volumen (man muss allerdings die Stärke der Seitenwände noch abziehen), daher wurde unten eine Kammer abgezweigt, die Anschlussterminal, Frequenzweiche und eine Sandbefüllung enthält.

In der Hauptkammer wurden zusätzlich 2 Querversrebungen eingesetzt. Diese sollen die Box einerseits zusätzlich stabilisieren (was aufgrund des geringen Querschnitts nicht so kritisch ist) und andererseits Ressonanzen etwas unterdrücken.

Bassreflexkanal

Für den Reflexkanal wurde nicht - wie oft üblich - ein Plastikrohr benutzt, sondern dieser wurde als "echter" Kanal mit MDF gebaut. Dies stabilisiert den Kanal stärker. Ausserdem war er für mich auf diese Art unauffälliger zu integrieren. Der Kanal geht über die gesamte Boxenbreite (15cm) und ist 1cm hoch. Für die gewünschte Bassreflexabstimmung war daher eine Länge von 12.3cm erforderlich. Achtung: Für die Bassreflexabstimmung gibt es keine genauen Formeln. Das liegt daran, dass die Luft nicht nur im Reflexkanal schwingt, sondern auch in den anschliessenden Regionen. Daher kann die Länge nur näherungsweise berechnet werden. Man sollte allerdings keine zu grossen Veränderungen erwarten, wenn der Kanal 5% kürzer oder länger ausfällt. Da der Jordan-Breitbänder im Bassbereich schon von sich aus einen niedrigeren Pegel liefert, ist ein völlig glatter Frequenzgang bis zu unteren Grenzfrequenz sowieso nicht zu erwarten.

Der Reflexkanal ist auf dem Bild direkt über der unteren Kammer zu sehen.

Die Enden des Bassreflexkanals sollten noch etwas abgerundet werden, um Strömungsgeräusche zu vermeiden. In Anbetracht der nicht nicht gerade riesigen Luftverdrängung des eingesetzten Jordan-Chassis ist das hier sicher nicht so kritisch wie bei einem Subwoofer. Die Arbeit ist aber mit der Oberfräse und einen Abrundfräser mit Kugellager recht schnell und ohne Komplikationen erledigt, daher sollte man nicht darauf verzichten.

Update: Der Bassreflexkanal muss nun doch einem Bassreflexrohr weichen, da sich die gerundeten Kanten des Bassreflexkanals nicht sinnvoll furnieren lassen :( Also wird der Kanal verschlossen und durch ein Bassreflexrohr mit Durchmesser 45mm und einer Länge von 13cm ersetzt.

Dämmung

Wie auf dem Bild zu erkennen ist, wird eine Dämmung aus Noppenschaumstoff und Polyesterwolle eingesetzt. Die Teil in der Nähe des Bassreflexkanals bleibt ungedämpt, denn hohe Frequenzen sollten bis hierhin schon recht gut unterdrückt sein. Durch die Stärke der Dämmung lässt sich der Frequenzgang im Bassbereich etwas anpassen. Die gezeigte Variante bietet eine eher schlanke Basswiedergabe. Wenn man hier weniger Dämmmaterial einsetzt, wird der Tiefbassbereich stärker. Je nach Raumakkustik kann das wünschenswert sein oder zu Dröhnen führen.

Sperrkreis

Da es sich um ein Breitbänder-Projekt handelt, ist die Frequenzweiche eigentlich gar keine. Es handelt sich lediglich um einen Sperrkreis, der den Pegel im Mittenbereich um knapp 3db absenkt. Dadurch kommt der Grundtonbereich und die Höhen etwas stärker zur Geltung.

In meiner Version setze ich eine Parallelschaltung von 3 Bauteilen ein:

  • MKP-Kondensator 5uF (Audyn Cap)
  • Widerstand 2.2Ohm
  • Spule 2mH (Luftspule Draht 1.4mm2)

Mein Ziel war es nicht einen linealglatten Frequenzgang zu erreichen, sondern eine Abstimmung, die mir persönlich gefällt. Daher würde ich empfehlen, mit den Bauteilewerten zu experimentieren. Wer es ganz flexibel mag, setzt statt des 2.2 Ohm Widerstandes einen 8Ohm Pegelsteller ein und kann dann die Stärke der Mittenabsenkung individuell festlegen.

Braucht man überhaupt eine Frequenzweiche? Nein! Manchem wird da Klangbild der Box auch ohne Frequenzganganpassung gefallen, andererseits gibt es noch die Möglichkeit, den Frequenzgang mit einem Equalizer anzupassen. Da bessere Heimkino-Verstärker heutzutage recht brauchbare Equalizerfunktionen mitbringen, könnte das eine Alternative sein.

Lautstärke

Taugen diese Boxen auch fürs Heimkino, wo so richtig Lautstärker gefordert ist? Das kommt darauf an. Wenn man nicht gerade ein alleinstehendes Einfamilienhaus besitzt, dürften Kinopegel eh kaum machbar sein (es sei denn, die Nachbarn sind taub). Also sollte das Set noch gehobene Pegel gut verkraften könne. Mit 9mm Hub (min-max) schafft der Jordan-Breitbänder trotz der recht kleinen Membran recht ordentliche Pegel. In meinem 20m2 Wohnzimmer schaffe ich es mit 5 solchen Lautsprechern (links, rechts, Center, 2x Surround) und einem Subwoofer ordentlich "Krach" zu machen, ohne dass die Chassis hörbar an ihre Grenzen kommen. Beim Einsatz eines Subwoofers bietet es sich an, die Boxen eher etwas höher zu trennen (80-100Hz) und die Tiefbassreserven nicht auszunutzen.

Oberflächenbehandlung

Zum Schluss sollten die Boxen noch farbig lackiert oder furniert werden. Da es sehr schwer ist, eien ordentlich glänzende Lackierung selbst herzustellen und mir eine veredelte Holzoberfläche gut gefiel, habe ich beschlossen die Boxen zu furnieren. Doch welches Furnier? Letztendlich fiel die Wahl auf Birkenfurnier, was natürlich nicht sonderlich exotisch ist, aber zur restliche Wohnungsausstattung recht gut passte.

Bauplan

Einen echten Bauplan habe ich nicht gezeichnet. Aus den Abmessungen oben lässt sich ableiten, dass die obere Kammer bei etwa 75cm abgeteilt werden muss (Innenmass). Die Lage der beiden Stabilisierungen ist ziemlich flexibel. Auch mit der Dämmung sollte man selbst experimentieren, da je nach Raumakkustik mal etwas mehr mal etwas weniger Bass erwünscht sein kann.

Werbung
Look-Out
Talking about everything
Crazy audio
DIY audio projects and more
Anmesty International SchweizMenschenrechte für alle

Menschen für MenschenKarlheinz Böhms Äthiopienhilfe