Magellan Meridian GPS

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Vorstellung des Gerätes

Auf dieser Seite will ich über ein paar Erfahrungen mit dem Magellan Meridian GPS berichten. Vor diesem Gerät benutzte ich ein Garmin eTrex. Für Motorradtouren interessierte mich allerdings ein Gerät mit Kartendarstellung. Eine Randbedingung war noch zu erfüllen: Nicht allzu teuer sollte es sein und trotzdem viel Speicher bieten. Daher fiel meine Wahl auf das Magellan Meridian GPS.

Das Meridian gibt es im wesentlichen in 3 Varianten

  • GPS: Basisvariante mit nur 2 MB integriertem Kartenspeicher. Dies reicht nur für Autobahnen und ein paar große Strassen.
  • Gold: 16 MB integrierte Karte. Diese sollte natürlich deutlich detaillierter sein als beim GPS
  • Platin: Gold-Version mit integriertem barometrischen Höhenmesser und Magnetkompass

Warum eigentlich überhaupt die Einstiegsversion kaufen, wenn die Basiskarte doch nicht unbedingt toll ist ? Ganz einfach: Wem die Details auf der 16 MB Karte nicht ausreichen, der braucht sowieso nachladbare Karten. Und in diesem Falle spielt es keine Rolle, wie detailliert die Basiskarte ist, da diese ja sowieso von der detaillierten Karte überschrieben wird.

Mit der Basiskarte dürften nur Leute zufrieden sein, die eigentlich keine Karte benötigen. Die 2 MB-Karte bietet Autobahnen, einige Fernverkehrsstrassen und größere Orte. Bei der 16 MB Ausführung von Gold und Platinum sind diese Daten natürlich weitaus umfangreicher. Bedenkt man allerdings, dass die Europadaten auf CD ca. 500 MB einnehmen, so dürfte klar sein, dass auch von der Gold-Variante mit 16 MB Basiskarte keine Wunder zu erwarten sind. Gerade wer kleine Strassen bevorzugt oder das ganze sogar zum Wandern benutzen will, kommt um die Europakarte auf CD und eine Speicherkarte eh nicht herum.

Ein wesentlicher Grund für die Wahl des Meridian war die Möglichkeit, den Speicher mit handelsüblichen SD-Karten zu erweitern. Diese Karten gibt es mittlerweile bis 128 MB zu einem einigermaßen günstigen Preis. Ein 128 MB Modul ist für ca. 150 € zu bekommen, während z.B. ein 128 MB Speichermodul von Garmin ungefähr das Doppelte kostet. Es ist damit zu rechnen, dass die Preise für diese Module schnell weiter fallen. Magellan bietet eigene SD-Karten an, jedoch funktioniert das GPS auch mit ganz "normalen" SD-Karten anderer Hersteller. Diese haben üblicherweise den Vorteil, dass sie deutlich billiger, aber nicht schlechter sind als die Magellan-Karten. Mein Versuch mit einer Apacer SD-Karte hat sofort funktioniert.

Alternativen: Da wäre in diesem Preisbereich eigentlich nur das eMap von Garmin. Allerdings benötigt dieses die teuren Garmin-Speichermodule und vor allem ist es nicht wasserdicht. Fürs Auto mag das kein großes Problem sein, aber am Motorrad möchte man nicht unbedingt anhalten und das GPS einpacken, wenn es anfängt zu regnen.

Übrigens: Mein Meridian GPS ist gelb, das Bild oben ist also nicht ganz korrekt. Welche Farbe die anderen Varianten haben, weiss ich jedoch nicht.

Allgemeines

Das Magellan Meridian GPS ist im Vergleich zu meinem vorherigen eTrex recht gross. Im Gegensatz zu diesem sind jedoch alle Tasten über die Frontplatte erreichbar und gut bedienbar. Auf dem Motorrad funktioniert das auch mit Sommerhandschuhen noch problemlos.

Das Display kann in 2 Helligkeitsstufen beleuchtet werden, weshalb man auch bei Nachtfahrten nicht aufs GPS verzichten muss.

GPS-Empfang

Das Meridian GPS ist WAAS-fähig. D.h. es kann von zusätzlichen Satelliten Korrektursignale empfangen, die die Genauigkeit erhöhen. In der Praxis ist es jedoch eher belanglos, ob die Genauigkeit 4 oder 8 Meter beträgt. In der Stadt habe ich mit meinem Magellan jedoch ab und an Empfangsprobleme. Aufgrund eingeschränkter Sicht ist der Empfang in der Stadt normalerweise immer schlechter als in freier Natur.

Anfang zeigten sich bei meinem GPS ab und an Empfangsprobleme. Zeitweilig fiel der Empfang komplett aus. Es zeigte sich, dass dies ein Hardware-Problem war. Nach einer Reparatur (natürlich auf Garantie) funktionierte alles wieder ordentlich.

Navigationsbildschirme

"Viel hilft viel" hat Magellan hier wohl gedacht. 7 verschiedene Anzeigen gibt es. Nur eine davon ist die Kartendarstellung.  Schön ist, dass sich die Datenfelder, die angezeigt werden selbst modifizieren lassen. So kann man selbst bestimmen, ob lieber Kurs, Geschwindigkeit oder Entfernung zum Ziel angezeigt werden sollen. Je nach Bildschirm lassen sich von 13 möglichen Daten bis zu 6 davon gleichzeitig anzeigen.

Kartendarstellung

Die Karte kann Nord-, Track- und Kurs-orientiert dargestellt werden. Das heisst, dass die Karte so dargestellt wird, dass oben entweder Norden, die aktuelle Fahrtrichtung oder das aktuelle Ziel sind. Gerade die kursorientierte Variante gefällt mir sher gut, denn dann weiss man immer, in welcher Richtung das Ziel liegt und meist stimmt diese Richtung auch einigermassen mit der Fahrtrichtung überein.

Tracklog

Das GPS bietet Speicherplatz für 2000 Punkte Tracklog (d.h. die gefahrene Strecke). Auf einer grösseren Tour wurden diese Punkte jedoch nur ab und zu gesetzt, grössere Streckenteile fehlten im Tracklog leider vollständig. Wie dieser Fehler entstand, weiss ich auch nicht. Fakt ist allerdings, dass selbst 2000 Punkte für eine Wochenende-Tour zu knapp bemessen sind, daher empfehle ich ein zusätzliches Gerät hierfür. 

Ein Problem des Meridian GPS ist scheinbar noch nicht gelöst. Es scheint aufzutreten, wenn während der Trackaufzeichnung die Spannung ausfällt (z.B. Batteriewechsel). In diesem Fall gehen grosse Teile des bisherigen Tracks verloren. Auf meine Problemmeldung bekam ich von Magellan bisher leider keine Antwort.  Dennoch scheint das Problem bekannt zu sein, wie diese Webseite zeigt. Die Erklärung, dass Karten und Tracklog den gleichen Speicher benutzen und das Problem daher prinzipbedingt ist, kann ich nicht so recht nachvollziehen. Wenn dies wirklich der Fall ist, handelt es sich leider um einen Designfehler. Das Problem tritt allerdings nur mit dem Meridian GPS, nicht mit der Platinum-Version auf.

Mit der neuesten Firmware ist es nun endlich auch möglich, Tracks und Routen vom Gerätespeicher auf die SD-Card zu kopieren. Damit kann man auch auf längeren Touren viele Tracks aufheben. Das funktioniert hervorragend. Die Daten werden auf der SD-Karte als NMEA-Logfiles abgelegt. Diese können z.B. mit TTQV direkt importiert werden. Wenn man also ab und zu speichert oder eine verlässliche Stromquelle hat (z.B. Auto-Bordnetz) dürfte das Problem vergessener Wegpunkte nicht weiter stören. Die gespeicherten Tracklogs sind recht klein. Unser gesamter Ecuador-Trip benötigte nicht mehr als 600 kB.

Zubehör

Wie üblich wird am Zubehör gespart. Will man das Gerät irgendwo befestigen, ist man auf zusätzliche Halterungen angewiesen, auch die Versorgung aus dem Bordspannungsnetz im Auto klappt nur mit einem zusätzlichen Kabel. Positiv erwähnt werden soll jedoch, dass wenigstens ein serielles Kabel zum Standard-Lieferumfang gehört (im Gegensatz zu Garmin-Geräten). Dies kann man mit etwas Erfahrungen im Löten auch selbst zum Strom/Datenkabel umbauen.

Europa-Karte Magellan MapSend

Eine detailliertere Europakarte bietet Magellan mit der Software "MapSend Streets for Europe". Die Daten hierfür stammen von NavTech. Diese Firma stattet auch viele Anbieter von Auto-Navigationssystemen mit Karten aus. Ein Vergleich zeigte dann auch, dass die Daten die gleichen sind, wie z.B. bei neuen Volvo-Navigationssystemen (nur benötigt NavTech dort für die gleichen Daten die 6-fache Datenmenge - warum auch immer).

Die Auflösung ist für Deutschland, Schweiz und Österreich sehr gut. Teilweise sind sogar Wege vorhanden, die für den öffentlichen Verkehr nicht zugänglich sind (Wanderwege, Radstrecken, Privatwege). Allerdings sollte man nicht erwarten, dass die GPS-Karte auch nur ansatzweise ein Ersatz für eine gute Wanderkarte sein kann. Gerade das Fehlen topographischer Informationen ist dafür doch recht problematisch. Für andere Länder nimmt die Datendichte schon ab, und einige Länder wie Norwegen und Irland sind gar nicht erschlossen. Wie bei anderen Kartenanbietern hört auch bei NavTech Europa an der Ostgrenze der EU auf.

Die Software unterstützt derzeit keinen direkten Datentransfer über ein Kartenlesegerät allerdings ist in der Magellan FAQ zu lesen, wie es mit ein paar Tricks doch funktioniert. Der Transfer über die serielle Schnittstelle klappt bei mir aus unerklärlichen Gründen nur mit 19.200 KBit/s und dann dauert das Transferieren großer Karten ins GPS Stunden.

Wie viel Speicher macht Sinn ? Das kommt darauf an. Vielleicht ein paar Daten zur Hilfestellung. Ganz Europa benötigt ca. 380 MB, Deutschland (inkl. einen Grossteil von Österreich) 130 MB, die Schweiz ca. 22 MB, Österreich (mit einer großen Ecke von Bayern) ca. 24 MB. Dies sollen nur Anhaltspunkte sein. Mit Mapsend kann man die Region sehr genau auswählen (nur rechteckig muss sie sein) und aus mehrere Regionen erfassen (für Gebiete die nun mal nicht rechteckig sind). Zur Zeit (Mai 2002) dürften 64 MB-Karten das beste Preis-/Leistungsverhältnis bieten.

Befestigung am Motorrad

Will man das GPS am Motorrad befestigen, bietet Magellan hierfür keinen brauchbaren Halter an (die Fahrradhalterung sieht recht instabil aus). Das ist bei Garmin nicht anders. Dummerweise bleibt als Fremdhersteller nur RAM-Mount. Und diese Dinger sind relativ schwer zu beschaffen. Wenn der Deutschland-Vertrieb Probleme mit der Beschaffung hat, kann man die Teile auch bei Cycle Gadgets direkt in den USA bestellen. Mittlerweile sollte die Lieferung auch in Deutschland gewährleistet sein.

Die Halterung ist sehr stabil und auch die Vibrationsdämpfung scheint gut zu funktionieren. Gerade an meiner Afrika Twin ist das auch notwendig, da bei mehr als 4000 U/min sonst am Lenker alles mitvibriert. Bei engen Cockpits kann die Größe des GPS jedoch auch stören. Bei mir wird der Tacho nahezu vollständig überdeckt, was allerdings nicht weiter stört, da ich noch einen Digitaltacho habe, der weiterhin gut ablesbar ist.

Letztendlich braucht man jetzt noch ein Kabel um das GPS aus dem Bordnetz zu versorgen. Das lässt sich recht leicht im Eigenbau machen.

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