Minolta Dynax 7

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Bedienkonzept

Tolles Bedienkonzept, keine Menüs, (fast) alles wird über gut beschriftete Schalter eingestellt. Hier fällt mir eigentlich nicht ein, was man noch verbessern sollte.

Matrix Belichtungsmessung bei Blitzaufnahmen

Das funktioniert nur mit den Blitzen 3600HS, 5400HS und 5600HS. Dabei wird vor dem Auslösung ein Blitz ausgelöst und die "normale" Matrixmessung benutzt. Aufgrund der gemessenen Daten wird dann entsprechend die Bewertung der 4 Segmente für die Blitzbelichtungsmessung abgestimmt. Das funktioniert in der Praxis ziemlich gut, gerade Blitzaufnahmen "ohne" Hintergrund (d.h. mit einem Hintergrund der zu weit weg ist und dadurch eigentlich nur schwarz ist) werden besser belichtet - die hellen Teile des Bildes sind nur minimal überbelichtet.

Übrigens behauptet Minolta auf der Webseite, dass man dazu einen neuen 3600HS oder 5600HS braucht. Im Handbuch kann man jedoch nachlesen, dass auch mit dem 5400HS (der deutlich günstiger ist als der neue 5600HS und bis auf die ADI-Blitzsteuerung (die ohne D-Objektive eh nicht funktioniert) nahezu gleichwertig ist (ein klein wenig schwächer, aber das dürfte in der Praxis nicht auffallen).

Metz bietet übrigens mit dem Mecablitz 54 MZ-3 einen Blitz an, der mit dem SCA-Adapter von Metz auch die Belichtungsmessung mittels Vorblitz unterstützt.


Intelligente Belichtungsmessung

Die integrierte 11-Segment-Messung arbeitet hervorragend. Bisher habe ich noch kein Motiv gefunden, wo diese falsch belichtet hat (na gut, ich habe auch noch nicht extrem viele Filme mit der Kamera belichtet). Auch der Einsatz des Aufhellblitzes funktioniert super. Ohne jegliche Korrekturen am Blitz erhält man Aufnahmen, denen man nicht ansieht, dass geblitzt wurde.

Das LCD-Display

Das Beste an der Dynax 7. Wirklich toll ist die Belichtungsanzeige. Hier kann man sich für jedes Einzelsegment anzeigen lassen, ob es unter- oder überbelichtet wird. Sinn macht das ganze allerdings nur bei Stativaufnahmen, denn niemand nimmt die Kamera sonst von Auge, kontrolliert die Belichtung, setzt wieder an und macht das Foto (oder irre ich mich da ?).

Kompaktes Gehäuse

Also hier war ich doch sehr skeptisch, da ich doch meine große Dynax 7xi gewöhnt war und ich mir nicht vorstellen konnte, dass eine kleinere Kamera genauso gut in der Hand liegt. Allerdings hat mich die Dynax 7 überzeugt. Sie lässt sich mindestens so gut anfassen wie meine alte 7xi und ist vermutlich für Leute mit kleinen Händen angenehmer zu tragen.

Datenspeicher für 7 Filme

Brauchte man bisher noch zusätzliche Chipkarten mit sehr begrenzter Speicherkapazität, um irgendwelche Belichtungsdaten zu speichern, hat die Dynax 7 nun einen internen Speicher für die Daten von 7 Filmen. Das ist für einen längeren Urlaub ziemlich knapp, sonst aber ausreichend. Gespeichert werden alle relevanten Daten wie Datum, Uhrzeit, Belichtungszeit, Blende, Belichtungskorrekturen, Brennweite.

Optional gibt es noch den "Data Saver", der die Daten auf einer Compactflash-Karte speichert, was für hunderte von Filmen reicht. Allerdings schlägt dieser mit ca. € 200 zu Buche, was nicht gerechtfertigt erscheint. Sinnvoller (und billiger) wäre wohl eine simple Computerschnittstelle (idealerweise seriell gewesen).

Funktionshandgriff VC-7

Wer gerne Hochformataufnahmen fotografiert (wie ich), sollte auf den Handgriff VC-7 nicht verzichten ! Das Handling ist super, der Handgriff hat ein eingebautes Stativgewinde, daher muss man ihn nicht von der Kamera entfernen, wenn man diese aufs Stativ schrauben will. Die AEL-Taste (wichtig für den Aufhellblitz und die AF/MF-Umschalttaste sind natürlich auch am Handgriff vorhanden). Damit ist der einzige Unterschied zum Querformat, dass man nicht die Auswahl des AF-Sensors benutzen kann. Das halte ich aber nicht für ein Problem.

Manche empfehlen ihn auch einfach, weil man dann auch mit normalen AA-Akkus arbeiten kann. Dies spart auf Dauer sicher Geld, andererseits muss man schon sehr viele Filme belichten, um hierdurch das Geld für die gesparten Lithium-Batterien wieder hereinzuholen (ich rechne mal mit € 0.30 Batteriekosten/Film), d.h. bei dieser Betrachtung rentiert sich der Handgriff nach frühestens nach 500 Filmen.

Einen kleinen Nachteil hat der Handgriff meiner Meinung nach doch: das Gewicht. 255g klingen nicht sehr viel, die Kamera wird dennoch deutlich schwerer. Überlegt man sich, dass eigentlich nichts drin sein sollte, erscheint das schon ziemlich viel. Dafür macht er allerdings auch einen recht stabilen Eindruck.

Sonstiges

Belichtungsreihen, Mehrfachbelichtungen, ...
Hier gäbe es noch viele tolle Sachen aufzuzählen, aber ich will hier mal nicht versuchen, die Bedienungsanleitung abzuschreiben.

Nutzlose (?) Dinge

Sicher hat Minolta keine Dinge eingebaut, die niemand haben will. Daher handelt es sich bei der Bemerkung "nutzlos" lediglich um meine persönliche Meinung. "Nutzlos" sollte man auch nicht zu ernst nehmen, aber bevor man die Kamera nur wegen einem der folgenden Features kauft, sollte man doch noch einmal genau nachdenken, ob es denn wirklich benötigt wird.

9 AF-Sensoren

Lässt man die Kamera mittels "Flächen AF" automatisch einen AF-Sensor auswählen, ist man manchmal überrascht, welche Interpretation die Kamera liefert. Das Ergebnis ist meist eher verwirrend, zumal schon eine minimale Bewegung der Kamera dazu führen kann, dass ein anderer Sensor genutzt wird.

Für die meisten Situationen reicht es aus, den zentralen Sensor zu benutzen. Diese soll angeblich besonders leistungsfähig mit Objektiven der Lichtstärke 2.8 sein, andererseits war ich schon mit dem Autofokus meiner 500si zufrieden. Daher macht es für mich wenig Sinn, ob der AF nun 0.3 oder 0.5 Sekunden benötigt.

Sinnvoll ist das ganze doch noch, wenn man Blitzaufnahmen mit einem HS-Blitz macht und von Hand den AF-Sensor vorher auswählt (falls das Hauptmotiv halt nicht in der Mitte liegt). Hiermit sollte eine bessere Belichtung möglich sein.

Schnellster Autofokus

Für den Normalfotografen, der sich nicht mit Sportfotografie beschäftigt, dürfte heute jeder aktuelle Autofokus schnell genug sein. Problematisch wird es eh bei extremen Brennweiten, wenn der AF mal etwas braucht um sich "einzuschiessen". Dies soll mit Original Minolta Objektiven besser funktionieren als mit Fremdherstellern, aber das kann ich nicht beurteilen.

ADI Blitzsteuerung

So toll die Idee sein mag, die Entfernung des Objektes in die Blitzbelichtungssteuerung einzubauen, bleibt doch das Problem, dass man hierfür neue Objektive braucht. Für Neueinsteiger ist das vielleicht interessant. Für jemanden, der schon ein ordentliches Sortiment an Objektiven hat, ist es völlig nutzlos. Ausserdem gibt es bisher gerade mal eine Handvoll Objektive, die die entsprechende Entfernungsinformation bereitstellen.

Also bitte nicht falsch verstehen: Wer neue Objektive kaufen will, für den kann das sinnvoll sein, für alle anderen ist es einfach nutzlos.

Schärfentiefeanzeige auf dem Display mit D-Objektiven

Warum sollte man dafür nicht die Schärfentiefenskala auf dem Objektiv benutzen ? Ich gehe mal nicht davon aus, dass jemand Billigobjektive ohne Schärfentiefenskala an einer Dynax 7 benutzt. Ausserdem funktioniert das ganze natürlich wieder nur mit den neuen D-Objektiven

Eye Start AF

Dieses Feature ist nicht neu, aber ich finde es immer noch genauso nutzlos wie früher. Warum kann ich nicht den Auslöser kurz antippen und die Kamera dann fokussieren lassen ? Gerade bei der automatischen Wahl des AF-Sensors kann der Eye Start dazu führen, dass die Kamera nur noch rumfokussiert (ich habe das ganze mit der Dynax 7 nicht getestet, sondern den Eye-Start gleich abgeschaltet). Sinnvoll ist das ganze evtl. bei der Sportfotografie.

Kritik

Wo Licht ist, ist auch Schatten. Aber eigentlich gibt es nur eine Kleinigkeit, die ich bemängeln muss. Und dass ist die Funktion des Autofokus im Dunkeln. Selbst mit Zusatzlicht am Blitz (z.B. mein 5400 HS), hat die Kamera doch grössere Probleme, über grössere Entfernungen noch zu fokussieren. Das ist insbesondere mit dem 5400 HS schade, da sich hiermit aufgrund der hohen Leitzahl auch Entfernungen von mehr als 10 Metern noch problemlos abdecken lassen. Fairerweise muss ich allerdings dazusagen, dass ich noch keine Kamera hatte, die damit besser umgegangen ist. Da kommt man wohl um manuelle Fokussieren in vielen Fällen nicht herum. Hierzu wurde mir mittlerweile allerdings von einigen Lesern berichtet, dass die Dynax 7 im Vergleich zu anderen Kameras sehr gut abschneidet.

Weiterhin ist mir immer noch unklar, wieso eine Mattscheibe mit Gitterlinien immer noch nicht Standard ist, sondern für ca. € 50 nachgerüstet werden muss. Dies scheint jedoch auch bei anderen Herstellern normal zu sein.

Insgesamt sollte man beim Preis genau hinschauen. Kauft man nach den Handgriff VC-7 dazu (mit ca. €200 fast so teuer wie Minoltas Einsteiger-Spiegelreflexkameras), ist die Kamera schon nicht mehr ganz so günstig. Meiner Meinung nach jedoch immer noch konkurrenzlos, wenn man sich anschaut, was andere Hersteller in dieser Preisklasse produzieren.

Sonstiges

An einigen Stellen im Internet findet man Berichte über einen extrem hohen Stromverbrauch. Ich kann dies nicht bestätigen. Auch nach jetzt 10 Filmen benutze ich noch den ersten Batteriesatz. Das mag auch daran liegen, dass ich den integrierten Blitz recht selten benutze. Aber ich denke, der Stromverbrauch ist nicht höher als mit meiner alten 7xi.

Abschliessende Bemerkungen

Die Dynax 7 ist eine tolle Kamera mit der Fotografieren einfach Spass macht. Nicht jeder wird jedoch bereit sein, das entsprechende Kleingeld zu investieren. Mittlerweile ist die Dynax 5 angekündigt. Auf das LCD-Display muss man dort verzichten, aber der Autofokus wurde wohl fast komplett von der Dynax 7 übernommen. Die Bedienung ist nicht ganz so gut wie bei der Dynax 7 wodurch die 2 interessantesten Neuerungen dem Rotstift zum Opfer fielen. Andererseits dürfte die Dynax 5 ca. € 400 günstiger. Insofern sicherlich eine interessante Alternative im unteren Preissegment.

Mittlerweile gibt es endlich auch eine Digitalkamera auf Basis der Dynax 7 - die Konica Minolta Dynax 7 Digital.

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