Canon EOS D60

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Einführung

Nachdem ich nun endgültig (?) von der analogen Fotografie Abschied genommen habe, musste ich feststellen, dass der Zoombereich der Minolta D7i doch nicht alle meine Ansprüche befriedigt und auch der Autofokus schneller sein könnte. Nach langem Überlegen und einem günstigen Angebot habe ich mir dann doch noch eine Canon EOS D60 mit dem zusätzlichen Hochformat-Handgriff BG-ED 3 zugelegt.

Die Kamera vermittelt nun endlich wieder Spiegelreflexfeeling. Im Prinzip bietet sie nahezu alles, was ich erwarte, nichtsdestotrotz möchte ich auch einige Dinge ansprechen, die man hätte besser machen können.

Autofokus

Am häufigsten wird der Autofokus kritisiert - das teilweise zu recht. Wer mit einigermassen statischen Motiven und lichtstarken Objektiven (möglichst noch mit USM) arbeitet, für den ist das ganze kein riesiges Problem. Bei aktionsreichen Motiven wird es jedoch schon problematisch. Das automatische Nachfokussieren mit dem Servo AF funktioniert leider nur sehr eingeschränkt möglich - der Ausschuss bei Nutzung dieses AF-Modus ist entsprechend hoch.

Der Nachfolger - die D10 sollte diesem Problem abhelfen.

Belichtungsmessung

Die Belichtungsmessung arbeitet sehr konservativ, d.h. es wird eher knapp belichtet, als das die hellen Teile überbelichtet werden. Da überbelichtete Bilder im Digitalbereich nicht mehr zu retten sind, ist dies eigentlich richtig. Dennoch ist bei vielen Motiven eine Belichtungskorrektur +0.5 problemlos möglich. Wie auch immer man belichtet: Man wird kaum ein Motiv finden, dass den Belichtungsspielraum des Sensors genau ausreizt. Darin unterscheidet sich die Kamera nicht von anderen Digitalkameras. Daher kommt man um eine Tonwertkorrektur am Computer eigentlich nicht herum. Wie gesagt handelt es sich hierbei jedoch nicht um ein Problem der Kamera, sondern eher um ein Problem derzeitiger Sensorentechnik im Digitalkamerabereich.

Dateiformate

Die Kamera kann die Bilder in verschiedenen Auflösungen und Kompressionsstufen als JPEG-Dateien speichern. Mit minimaler Kompression sind hier nahezu keine Artifakte zu sehen. Die Kompression lässt auch feinste Details erhalten. Da in den höheren Empfindlichkeiten auch stärkeres Rauschen auftritt, ist die Bildgrösse nicht nur vom Motiv, sondern auch von der Empfindlichkeit abhängig. Während bei ISO 100 ein Bild mit höchster Auflösung und minimaler Kompression im Normalfall zwischen 1,5 und 2,5 MB benötigt, ist es bei ISO 1000-Aufnahmen fast das Doppelte (natürlich mit sichtbar mehr Rauschen).

Weiterhin bietet die Kamera ein 12-bit (?) RAW-Format an, welches am Computer dann nach TIFF oder JPG weiterkonvertiert werden kann. Der Verzicht auf das TIFF-Datenformat in der Kamera macht hier Sinn, da es gegenüber RAW bzw. JPG keine Vorteile bringt. Das Canon-RAW-Format hat eine Besonderheit. In der RAW-Datei bettet die Kamera noch eine JPEG-Version des Bildes ein. Damit können am Computer innerhalb kürzester Zeit aus allen RAW-Dateien JPG-Bilder extrahiert werden. Ein Umrechnen eines RAW-Bildes nach JPEG oder TIFF benötigt selbst auf meinem 2 GHz-PC 20-30 Sekunden pro Bild, während für das Extrahieren der eingebetteten Bilder deutlich weniger als eine Sekunde benötigt wird. Einen Haken hat das ganze jedoch: Die eingebetteten Bilder liegen nicht in der höchsten Auflösung vor. Ausserdem lässt sich diese Funktionalitt in der Kamera nicht abschalten. Wer dies also nicht benötigt (was für die meisten Leute zutreffen dürfte), verschwendet bei Aufnahmen im RAW-Format ca. 1 MB pro Bild. Mit heutigen Speicherplatzgrössen ist das vielleicht zu verschmerzen, dennoch hätte eine zusätzliche Option "RAW only" sicher keinen grossen Entwicklungsaufwand bedeutet.

RAW Converter

Wie auch bei anderen Kameraherstellern, merkt man auch bei Canon, dass Software-Entwicklung nicht unbedingt zu den Stärken der Firma gehört. Die Software zum Konvertieren von RAW-Dateien nach TIFF und JPG besticht so durch eine extrem langsame Bearbeitungsgeschwindigkeit (20-30s pro Bild auf einem 2 GHz Pentium-4) und durch seltsame Beschränkungen. So ist es z.B. nicht möglich, 16bit-TIFF-Dateien mit EXIF-Headern zu erzeugen, während das mit 8-bit-TIFFs funktioniert. Software von Fremanbietern bietet entweder nicht die Qualität der Canon-Software (über die kann man sich nicht beschweren), basiert auf dem Canon SDK (d.h. die Geschwindigkeit verbessert sich nicht deutlich) oder ist inakzeptabel teuer (Capture One: 600$).

Wenn man die Einschränkungen bei der Bedienung akzeptieren kann, ist die Software jedoch durchaus brauchbar.

Seit kurzem gibt es jedoch einen Ausweg: Das RAW-Plugin für Photoshop 7.0 von Adobe. 99 Euro sind zwar kein Billigangebot, aber immerhin bezahlbar und die Arbeit mit dem Plugin ist sehr einfach. Alle wichtigen Tonwerteinstellungen, die normalerweise nachträglich vorgenommen werden, können schon im Plugin gemacht werden, was den Workflow deutlich vereinfacht.

Anschluss am Computer

Im Gegensatz zu anderen Digitalkameras arbeitet die D60 am USB-Port nicht als "Mass Storage Device", welches von allen modernen Betriebssystemen direkt unterstützt wird, sondern benötigt Canon-spezifische Treiber. Dafür kann man hiermit die Kamera auch fernsteuern.

Empfindlichkeitsanzeige

Weder auf dem oberen Display, noch im Sucher ist zu erkennen, welche Empfindlichkeit gerade eingestellt ist. Vergisst man also nach einer Serie von Innenaufnahmen mit ISO 800 die Kamera wieder auf ISO 100 zurückzustellen, muss man mit einem deutlichen höheren Bildrauschen leben. Eine ISO-Automatik, die die Empfindlichkeit bei schlechten Lichverhältnissen automatische erhöht, wäre als zusätzliche Option zum festen Vorgeben der Empfindlichkeit sicher leicht zu implementieren.

Fazit

Die "optimale" Kamera, die auch noch bezahlbar ist, gibt es noch nicht. Auch wenn an der D60 einige Dinge zu verbessern wären, kommt die Kamera dem Optimum doch schon recht nahe.

Diese Kamera wird nicht mehr produziert. Ein vergleichbares aktuelles Produkt ist die Canon EOS 20D.

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