Botswana Reisetips

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Fotoausrüstung

Normalerweise betone ich immer, dass es prinzipiell völlig egal ist, was für eine Kamera man benutzt. Für Botswana gilt das leider nicht. Hier ist Brennweite durch nichts zu ersetzen. Mit einem 28-70mm Zoom hat man selbst Probleme, Elefanten formatfüllen zu fotografieren. 300mm sollten es wenigstens sein, je mehr desto besser. Die meisten Tieraufnahmen von mir sind mit meinem 70-210 mit zusätzlichen 2-fach Konverter entstanden (macht 420mm Brennweite). Ein 500-er Teleobjektiv ist zwar ganz sicher nicht billig und auch nicht klein und leicht (ausser man benutzt ein Spiegelobjektiv), aber für gute Tierfotos lohnt es sich sicher ! Mit einem langbrennweitigen Teleobjektiv würde ich auch Filme der Empfindlichkeit 400ASA empfehlen. Denn erstens haben diese normalerweise eine recht schlechte Lichtstärke und zweitens muss man eh sehr kurz belichten, um evtl. noch ein paar Aufnahmen aus der Hand zu machen. Gerade wenn man herumreist hat man meist nicht die Möglichkeit mit dem Stativ einen ganzen Tag auf ein bestimmtes Tier zu warten, also kommt man oft nicht um Schnappschüsse aus der Hand herum. Ein Einbeinstativ ist dennoch zu empfehlen.

Man kann geteilter Meinung sein, ob es gut ist, Tiere anzublitzen. Sicher sollte man dies nicht unbedingt mit einem Hippo machen, denn wenn das Tier dann anfängt loszurennen, könnte es Probleme geben. Aber einige der Fotos die hier zu finden sind, sind mit Blitz entstanden. Gerade in der Dämmerung kann dies hilfreich sein. Aufgrund der grossen Entfernungen die dabei zu überbrücken sind, wird man um eine hohe Leitzahl (50 und darüber) oder um einen hochempfindlichen Film nicht herumkommen. Die integrierten Blitze mit einer Leitzahl bis 12 dürften hier allesamt überfordert sein.

Kartenmaterial, GPS

Ein GPS würde ich in jedem Falle empfehlen. Mehr als ein simples Gerät, welches die Richtung zu einem Zielpunkt anzeigt braucht man nicht. Günstig und gut ist z.B. der Garmin etrex. Üblicherweise arbeiten alle Geräte bei Bewegung auch als Kompass, in diesem Fall kann man sich einen zusätzlichen Kompass sparen. Wenn schon kein GPS, dann sollte man aber mindestens einen Kompass mitnehmen !

Im Internet findet man an verschiedenen Stellen GPS Koordinaten für die verschiedensten Orte. Leider kann man sich nicht darauf verlassen, dass diese auch stimmen. Ungenauigkeiten im Bereich bis 500m sind problemlos zu verkraften, aber wir hatten auch Koordinaten, die 10km "daneben" lagen. 

Vorsicht bei den "Shell Maps". Das Koordinatensystem auf einigen Karten ist völlig falsch, die angegebenen GPS-Koordinaten für die Wegpunkte auf der "Shell Tourist Map of Botswana" stimmen jedoch meist (aber nicht alle !). Trotz dieser Probleme dürfte die "Shell Map of Botswana" zum Autofahren dennoch erste Wahl sein, da relativ viele 4x4 Pisten einezeichnet sind und ausserdem auch Detailkarten für die Nationalparks enthalten sind.

Die einzigen verfügbaren topografischen Karten für diese Region dürften die russischen Militärkarten sein. Diese sind als QV Navigator sogar in digitaler Form verfügbar. Allerdings sind je nach Region 20-30 Jahre alt, weswegen man davon ausgehen muss, dass viele heute existierende Strassen auf diesen Karten nicht eingezeichnet sind. Weiterhin ist die Orientierung ohne GPS recht schwierig, da durch die Weite der Landschaften oftmals Orientierungspunkte fehlen.

Gut brauchbar sind Landsat-7-Satellitenfotos, die man unter https://zulu.ssc.nasa.gov/mrsid/ hernuterladen kann. Mit einem brauchbaren Programm zum Import lassen sich hier sehr genau Koordinaten für spezifische Punkte ablesen. Man sollte natürlich keine Beschriftungen erwarten - man muss oft schon eine Weile suchen, bis man eine Ortschaft gefunden hat. Einen kleinen Zeltplatz wird man auf diesen Fotos aber sicher nicht finden.

Mietwagen

Ohne Allradfahrzeug macht eine Reise in Botswana wenig Sinn. Die Strasse von Gaborone über Nata nach Maun ist zwar auch mit einem "normalen" Auto zu bewältigen, aber in diesem Falle hat man auch noch nichts von Botswana gesehen. Wer das Auto nur benutzen will, um bis Maun zu kommen ist mit dem Flugzeug billiger und schneller.

Unser Toyota HiLux hat sich für die Reise bewährt. Dieses Ding ist nicht so leicht kaputtzubekommen. Auch wenn man nicht auf die Idee kommen würde: Es ist empfehlenswert bei der Autovermietung nach der Farbe nachzufragen. Anderenfalls kann es passieren, dass man das einzige rote Auto in Botswana fährt, was selbst für Tiere die schlecht sehen einigermassen gut erkennbar ist :-)

In Botswana selbst sind Allradfahrzeuge als Mietwagen praktisch nicht zu bekommen, also wird man Johannesburg oder Windhoek als Startpunkt wählen müssen.

Achten sollte man auch auf viel Benzinvorrat. Unser HiLux hat je nach Gelände zwischen 16 und 25l/100km verbraucht und es gibt Strecken, da muss man 500-600km ohne Tankstelle auskommen. Wer den Weg durch die Central Kalahari versuchen will, braucht sogar Bezin für 800-1000km. Da ist selbst ein Tank mit 100l zuwenig.

Eine gute Versicherung ist unbedingt zu empfehlen. Bei Offroad-Fahrten zahlt diese oft jedoch nicht oder nur eingeschränkt. Ein gewisses Risiko ist daher immer vorhanden, sodass ein Unfall teuer werden kann.

Auf Sandpisten kommt man im allgemeinen sehr langsam voran. Umso grösser ist das Verlangen, wieder schneller zu fahren, wenn die Piste besser zu werden scheint. Dennoch: Sandlöcher selbst auf scheinbar guten Pisten sind jederzeit möglich - und bei Tempo 80 kann ein Sandloch verheerende Folgen haben. Daher lieber etwas ruhiger fahren! Dies ist nicht der Tip eines Sonntagsfahrers sondern er basiert leider auf Erfahrungen anderer Botswana-Touristen.

Nationalparks

In Botswana gibt es eine ganze Reihe Nationalparks. Da sich Botswana als Reiseland für Südafrikaner anbietet, nutzen diese die Möglichkeit in den 90er Jahren in grossem Stil. Da dies allerdings für Botswana mehr Kosten als Nutzen erzeugte, beschloss man, den Tourismus bewusst einzugrenzen. Dies wurde in erster Linie durch die Erhöhung der Eintrittspreise zu den Nationalparks erreicht. Daher sollte man darauf gefasst sein, was einen in Botswana erwartet. 2001 betrugen die Eintrittspreis 120 Pula pro Person und Tag, 50 Pula pro Auto (bis 3,5 Tonnen) und 30 Pula pro Person und Nacht fürs Zelten. Beim Umrechungskurs September 2001 entspricht das Kosten von ca. €30 pro Person und Tag - nur für den Eintritt. Dafür erwarten einen aber auch Nationalparks, in denen man nur selten anderen Touristen begegnet - das rechtfertigt die Kosten.

Reisezeit

Für alle, die Tiere beobachten wollen, empfiehlt sich die Trockenzeit zwischen Mai und September. Der September erscheint mir ideal, da hier nur noch wenig Wasser vorhanden ist, was es erleichtert, Tiere an einem Wasserloch oder an Flüssen zu finden. Ausserdem sind die Temperaturen im September nahezu optimal: Tageshöchsttemperaturen um die 30 Grad und 10-15 Grad nachts sind gut erträglich. Dennoch sollte man sich ab und an auf eine kalte Nacht einrichten! Ausserdem ist die Chance, im September Regen zu bekommen fast gleich null, im Oktober kann das dann schon passieren.

Private Wildcamps

Wenn man das Okawango-Delta richtig erleben will, kommt man um den Aufenthalt in einem privaten Camp fast nicht herum. Die Preise hierfür sind extrem hoch (etwas in dieser Preisklasse findet man in kaum einem anderen Land). Dennoch würde ich jedem, der Botswana mit dem eigenen Auto und Zelt bereist, empfehlen wenigstens 2 Tage in einem privaten Camp zu verbringen. Der Service, der für das Geld geboten wird rechtfertig den Preis (auch wenn man es vorher nicht glauben will).

Das einzige Camp, was ich selbst kenne ist die Xugana Lodge im Norden des Okawango-Deltas. Die Tatsache, dass ich aber schon zweimal dort war spricht für diese Lodge.

Telefon

Obwohl man es nicht erwarten würde, ist das GSM-Netz in Botswana relativ gut. Natürlich findet man nur dort eine Funkzelle, wo auch Menschen wohnen (was auf die meisten Gebiete nicht zutrifft), dafür funktioniert das Handy aber fast in jeder Siedlung. Problematisch ist jedoch das Roaming. Da Botswana nicht gerade für Massentourismus bekannt ist, gibt es hier nur mit einigen europäischen Netzbetreibern Roaming-Verträge. So funktionierte das Roaming mit einem Swisscom-Vertrag problemlos (inkl. SMS-Versand), während es mit E-Plus nicht klappte. Auch wer meint, im Urlaub nicht auf das Telefon angewiesen zu sein, sollte es dennoch mitnehmen, denn es erleichtert die Kommunikation vor Ort (Zeltplatzreservierung, Safaribuchung u.s.w.) doch erheblich. Als "Notkommunikation" bei Problemen in der Wildnis ist es jedoch völlig unbrauchbar, da in der Wildnis nirgends ein Empfang möglich ist (hoffentlich bleibt das auch so).

Trinkwasser

Die Qualität des Wassers schwank sehr stark. Abgekocht ist zwar fast alles geniessbar, aber trotzdem schmeckt es manchmal nicht wirklich gut. Im Zweifelsfalle also lieber Wasser mitnehmen! Mineralwasser in Flaschen ist im ländlichen Bereich nicht überall erhältlich.

Übernachtung, Verpflegung

Hier zeigt sich, dass es keinerlei Massentourismus in Botswana gibt. Während die Übernachtung im Zelt problemlos nahezu überall möglich ist, wird man Hotels nur in grösseren Orten finden, von denen es jedoch in Botswana nicht sher viele gibt. Prinzipiell ist es kein Problem in Maun oder Kasane ein Hotel zu finden, jedoch exstieren dazwischen lediglich einige kleine Dörfer. Hier wird man weder einen Supermarkt, noch eine Tankstelle und erst recht kein Hotel finden.

Zeltplätze

Jaja, ich habe es auch nicht so recht geglaubt, aber Zeltplätze in den Nationalparks sollte man unbedingt vorher reservieren. Am besten schon mehrere Wochen, denn die Anzahl der Plätze in den Nationalparks ist extrem beschränkt (nicht zu vergleichen mit amerikanischen Nationalparks). Die Ausstattung dieser Zeltplätze ist einfach. Meist gibt es aber trotzdem eine Dusche und mit etwas Glück sogar warmes Wasser (oft zum Selbstheizen).

Ausserhalb von Nationalparks kann man nahezu überall wild zelten, jedoch empfielt sich das nur im Norden, denn im Süden ist das Land links und recht neben den Hauptstrassen meist eingezäunt (und 10m neben einer Hauptstrasse will man vielleicht doch nicht zelten).

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