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29.09.09: Der 1-Watt-PC (Bifferboard)

Mittlerweile wird auch im PC-Bereich auf die Leistungsaufnahme der Systeme geschaut und nicht mehr "Leistung um jeden Preis" favorisiert. Der aktuelle Netbook-Boom zeigt, dass für einige Aufgaben kleine und leistungsschwache PCs doch ausreichen. Aber auch ein Netbook bringt es noch auf etwa 30 Watt Leistungsaufnahme bei Volllast. Für einen kleinen Server, der 7x24h in Betrieb sein soll, aber kaum Leistung benötigt, ist das immer noch zuviel.

Nun habe ich eine spannende Alternative gefunden: das Bifferboard. Die Technik dieses "Computers" kann mit aktuellen PCs nicht mithalten und entspricht etwa dem Stand Mitte der 90er Jahre. Ein 486-SX kompatibler Prozessor mit 150MHz und 32MB Hauptspeicher, allerdings ein Fast-Ethernet-Interface und ein USB 2.0-Controller. Aber warum sollte man dann so etwas überhaupt entwickeln? Ganz einfach: Weil diese Leistung für einige Sachen ausreicht. 

Vor allem hat das Bifferboard ein paar gewichtige Vorteile:

  • Die Leistungsaufnahe beträgt im Betrieb nur 1-2 Watt (etwa 0.5W werden alleine von der Ethernet-Schnittstelle verbraucht).
  • Das Board ist mit 68mm x 28mm x 19mm extrem klein.
  • Mit 30 £ ist das Bifferboard billig.
  • Durch den 486er-Prozessor lassen sich übliche Linux-Distributionen sehr gut nutzen und benötigen keine Crosscompiler.
  • Die wichtigsten Schnittstellen sind schon vorhanden.

Gerade die sehr geringe Leistungsaufnahme macht das Bifferboard für Aufgaben interessant, die für übliche Mikrocontroller zu komplex sind (wer mal versucht hat, einen TCP/IP-Stack auf einem AVR zu programmieren, wird das verstehen), für die ein vollwertiger PC aber zu leistungsfähig, zu gross und zu stromhungrig ist.

Ein kleiner Haken sei noch angemerkt: Da der integrierte Flash-Speicher mit 1MB sehr knapp bemessen ist, passt hier nur der Linux-Kernel hinein. Um ein lauffähiges System zu erhalten, ist man dann auf einen USB-Stick als Massenspeicher angewiesen. Da nur ein USB-Port zur Verfügung steht, muss man für den Anschluss weiterer USB-Geräte einen USB-Hub zwischenschalten. Auch wenn das die Performance kaum beeinflussen dürfte, sind herkömmliche USB-Hubs üblicherweise grösser als das Bifferboard selbst. Für sehr kleine Geräte könnte das wieder problematisch sein.

Hier mal ein paar Anwendungsideen:

  • Ethernet/Seriell-Konverter
  • Webradio-Recorder
  • Webinterface für Mikrocontroller-Steuerungen

Fazit: Ein schönes Spielzeug für Linux-Fans und Elektronik-Bastler, aber natürlich kein echter PC-Ersatz.

Rubrik: Elektronik, Blog

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