Blogeintrag

 Startseite | Blog | Sitemap | Impressum | Login

22.12.08: 2008 - Der beste Film und die grösste Enttäuschung

Indiana Jones 4, Batman Dark Knight

Da ich mittlerweile nicht mehr so oft Filme schaue wie vor einigen Jahren verzichte ich lieber auf einen Jahresrückblick. Daher gibt es hier nur einen Vergleich zweier Filme, die beide ein grosses Publikum ansprechen sollten und dabei doch so extrem verschiedenen sind. 

Es geht um "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" und "Bat Man - The Dark Knight".

Kann man diese Filme überhaupt vergleichen? Ich denke ja, denn ein Blick aus Kommerzielle zeigt starke Ähnlichkeiten: Die Produktionskosten lagen bei beiden mit fast 200 Millionen US$ im oberen Bereich und die Einspielergebnisse am Startwochenende sind auch fast identisch. Bei beiden handelt es sich also um Filme, die nicht gerade aus der Rubrik "Programmkino" kommen und für ein grosses Publikum gedreht wurden. Und erstaunlicherweise erhielten beide Filme das Prädikat "besonders wertvoll" der Filmbewertungsstelle Wiesbaden (was für mich zeigt, wie belanglos dieses Prädikat mittlerweile ist). 

Beim Start von "The Dark Knight" glaubt man sich erst einmal im falschen Film: Strahlendes Tageslicht ist man von Gotham City nicht gewöhnt. Insofern ist dieser Batman wohl der "hellste", den es je gab. Obwohl der Film eigentlich (auch dank des genial gespielten Joker) eine düstere Grundstimmung herüberbringen müsste, ist das nicht der Fall. Im Gegenteil: Trotz des übelsten Schurken, den die Batman-Geschichte je gesehen hat zeichnet der Film ein erstaunlich menschliches Bild einer Gesellschaft selbst in Ausnahmesituationen.Man kann dies durchaus als Hinweis auf den "Krieg gegen des Terror" verstehen. 

Demgegenüber verweigert Indiana Jones auch nur kleinste Ansätze von Aktualität. Das alleine soll aber noch kein Kritikpunkt sein, vielleicht ist es sogar gut so, diesen Film "klassisch" zu lassen. Allerdings leidet der Film unter einem anderen Problem: Nazis als Feinde funktionierten nicht mehr, da Indiana Jones mittlerweile so alt ist, dass die Handlung nicht mehr sinnvoll in den 2. Weltkrieg zu bekommen war. Und was fällt George Lucas als alternatives Feindbild ein? Russen! Vor 20 Jahren wäre das vielleicht noch nachvollziehbar gewesen, im Jahr 2008 fehlt mir für ein derart plattes Klischee jedoch jegliches Verständnis. Aber das war ja noch nicht alles: Als wären Russen alleine nicht schon sinnfrei genug, kommen auch noch Ausserirdische dazu. Damit wird der Film fortlaufend nerviger. Das klassische Abenteuer-Popcorn-Kino ist wohl schon eine Weile tot, dieser Indiana Jones wird es ganz sicher nicht wiederbeleben.

Noch eine kurze Bemerkung zu den aktuellen Ausgaben auf Bluray: Beide Filme kommen technisch nahezu perfekt daher. The Dark Knight bietet sich als Bluray-Demo-Disk noch eher an als Indiana Jones, da hier Teile im IMAX-Format gedreht wurden und diese im Bildformat 1.78:1 das Bild auf einem 16:9-Bildschirm voll ausnutzen. Meist handelt es sich hierbei um Totalen mit einer enormen Detailvielfalt, die deutlich zeigen, dass High-Definition-Video im Heimkino einen deutlichen Vorsprung zur DVD bringt.

Fazit: Während das Duo Spielberg/Lucas in den 70ern steckengeblieben ist, zeigt Christopher Nolan, dass man immer noch intelligente Filme drehen kann, die trotzdem ein grosses Publikum ansprechen.

Rubrik: Film, Blog, Startseite

Zurück zur Übersicht

Werbung
Look-Out
Talking about everything
Crazy audio
DIY audio projects and more
Anmesty International SchweizMenschenrechte für alle

Menschen für MenschenKarlheinz Böhms Äthiopienhilfe