05.02.10: These New Puritans: Hidden
Was soll man von einem Album halten, dass mit klassischen Bläsern anfängt und dessen zweites Stück "We Want War" heisst? In jedem Fall dürfte klar sein, dass es sich damit um eine ziemlich spannende Sache handelt. Es ist erstaunlich, welche Instrumente "These New Puritans" in ihrem neuen Album "Hidden" einsetzen. Da stehen neben verschiedenen Bläsern auch noch alle möglichen Arten Schlagzeugen inkl. japanischem Taiko. Dazu noch etwas Elektronik und fertig ist eine Mischung, die ich so noch nie gehört habe. Wer auch etwas düstere Klänge mag und die Möglichkeit hat, auch mal richtig laut Musik zu hören, der sollte unbedingt zugreifen. Denn eins ist klar: Das ist keine Musik für MP3-Ohrstöpsel, sondern eher für richtige "Männerboxen". Und glücklicherweise ist auch dieses Album auf Vinyl erhältlich.
20.12.09: Take Abe
Vorhin habe ich nochmal kurz byte.fm eingeschaltet. Hier lief ein Special zu Musik aus Japan. Da stiess ich gerade noch auf einen Song von Take Abe mit dem Titel "And The Earth Was Covered With Snow" (den Rest werde ich mir ind er Wiederholung nochmal anhören müssen, da ich den Anfang verpasst habe). Das klang wie eine Mischung aus Kirchenmusik und Ennio Morricone. Also habe ich mal etwas rumgesucht und fand das Album Cinemascape, was wohl momentan das einzige musikalische Werk dieses Künstlers ist. Auch wenn iTunes nur 30 Sekunden Vorschau pro Titel erlaubt, fand ich das Album nach diesem Schnelldurchlauf doch ziemlich interessant.
Doch welche Art Musik erwartet einen hier? Generell habe ich ja meine Probleme mit der Einstufung in Kategorien. Und hier wird es dem Hörer erst recht nicht einfach gemacht. Für mich ist es Filmmusik zu verschiedenen Filmen, die noch nicht gedreht wurden
. So klingt das das erwähnte "And The Earth Was Covered With Snow nach einem Italo-Western*, während mich "Terra" an Ridley Scotts "Blade Runner" erinnert, während es bei "Cherubino" wieder zurück zum Western geht. Apple stuft das ganze als "Rock" ein, was es ganz sicher nicht ist. Aber auch der Begriff "Ambient" trifft es ganz und gar nicht, dann hier sind schon einige recht schräge Sachen dabei (z.B. "Dolls" mit herrlich knarrenden Türen). Also hilft nur selbst reinhören...
Wer diese Musik jetzt nicht mag: Ich verspreche, dass es in Zukunft auch mal wieder etwas "härtere" Sachen geben wird
!
* Fussnote: Eine spannende Western-Musik-Interpretation gibt es auch von Ween. Dummerweise ist mir der Titel gerade entfallen und ich muss erstmal meine Radioaufnahmen durchsuchen...
20.10.09: Der 5-Watt-PC (Plugcomputer)
Seit einiger Zeit läuft das Bifferboard mit seinen etwa 1.5 Watt Leistungsaufnahme nun erfolgreich als Webradio-Recorder und SMB-Server. Die kleine Baufrm und die minimale Leistungsaufnahme wären eigentlich auch ideal für einen MP3-Player, wenn dafür die Leistung ausreichen würde. Ein zusätzlicher MP3-Decoder-Chip könnte hier Abhilfe schaffen, aber nun bin ich auf eine weitere interessante Alternative gestossen - den Plugcomputer.
Im Vergleich zum Bifferboard bietet der Plugcomputer mit seinem 1.2GHz ARM-Prozessor, 512MB RAM und 512MB Flash eine deutlich höhere Performance. Aufgaben, mit denen das Bifferboard überfordert ist, dürfte der Plugcomputer meist schaffen. Es gibt natürlich auch Nachteile:
- Der Preis ist mit 99$ deutlich höher als beim Bifferboard.
- Die Leistungsaufnahme beträgt etwa 5 Watt
- Leider hat auch der Plugcomputer keine onboard-Soundkarte.
- Als Schnittstellen für zuätzlichen Speicher gibt es nur einen SD-Slot und den USB-Port. Obwohl der eingesetzte Controller einen SATA-Controller mitbringt, ist dieser leider nicht nach aussen geführt.
- Scheinbar gibt es ausser der kostenpflichtigen embedded-Java-Version von Sun (50$) momentan keine vollwertige Java Runtime. Dieses Problem sollte sich aber hoffentlich in der näheren Zukunft lösen lassen.
Alles in allem ist der Plugcomputer ein interessantes Konzept für Anwendungen, in denen eine relativ hohe Rechenleistung benötigt wird und die 7x24 Stunden laufen müssen.
11.10.09: RubyRec: Webradio aufnehmen - aber sparsam!
Mittlerweile sind die meisten Radiosender - auch öffentlich-rechtliche auch per Internet zu hören. Die meisten Sender bieten das ganze auch als MP3-Stream an (DRS verzichtet seltsamerweise darauf und setzt mit WMA und RealAudio auf zwei proprietäre Formate). Und Software zum Aufzeichnen solcher Streams gibt es auch genügend. Unter Windows geht das z.B. sehr einfach mit Winamp/Streamripper. Eine Variante mit dem PC hat allerdings einen riesigen Nachteil: Eine solche Lösung verbraucht ordentlich Strom. Selbst ein sehr sparsamer PC dürfte kaum unter 30 Watt brauchen, die meisten "normalen" PCs noch wesentlich mehr. Das sind nicht unbedingt die besten Voraussetzungen, um einen solchen Rekorder rund um die Uhr laufen zu lassen.
Daher habe ich ein kleines Interface entwickelt, um Radioaufnahmen auf dem Bifferboard programmieren zu können. Dank Webinterface ist das nun sogar mit dem iPhone übers Internet programmierbar.
Die Software ist in Ruby programmiert (mein ersten Projekt in Ruby) und damit praktisch auf allen gängigen Systemen lauffähig: PC, Mac, Linux-Server, OpenWRT-Router - RubyRec sollte praktisch überall laufen. Getestet habe ich es selbst nur unter MacOS und Linux.
Interessiert? Hier gibt es mehr Infos und die Software zum Runterladen.
29.09.09: Der 1-Watt-PC (Bifferboard)
Mittlerweile wird auch im PC-Bereich auf die Leistungsaufnahme der Systeme geschaut und nicht mehr "Leistung um jeden Preis" favorisiert. Der aktuelle Netbook-Boom zeigt, dass für einige Aufgaben kleine und leistungsschwache PCs doch ausreichen. Aber auch ein Netbook bringt es noch auf etwa 30 Watt Leistungsaufnahme bei Volllast. Für einen kleinen Server, der 7x24h in Betrieb sein soll, aber kaum Leistung benötigt, ist das immer noch zuviel.
Nun habe ich eine spannende Alternative gefunden: das Bifferboard. Die Technik dieses "Computers" kann mit aktuellen PCs nicht mithalten und entspricht etwa dem Stand Mitte der 90er Jahre. Ein 486-SX kompatibler Prozessor mit 150MHz und 32MB Hauptspeicher, allerdings ein Fast-Ethernet-Interface und ein USB 2.0-Controller. Aber warum sollte man dann so etwas überhaupt entwickeln? Ganz einfach: Weil diese Leistung für einige Sachen ausreicht.
Vor allem hat das Bifferboard ein paar gewichtige Vorteile:
- Die Leistungsaufnahe beträgt im Betrieb nur 1-2 Watt (etwa 0.5W werden alleine von der Ethernet-Schnittstelle verbraucht).
- Das Board ist mit 68mm x 28mm x 19mm extrem klein.
- Mit 30 £ ist das Bifferboard billig.
- Durch den 486er-Prozessor lassen sich übliche Linux-Distributionen sehr gut nutzen und benötigen keine Crosscompiler.
- Die wichtigsten Schnittstellen sind schon vorhanden.
Gerade die sehr geringe Leistungsaufnahme macht das Bifferboard für Aufgaben interessant, die für übliche Mikrocontroller zu komplex sind (wer mal versucht hat, einen TCP/IP-Stack auf einem AVR zu programmieren, wird das verstehen), für die ein vollwertiger PC aber zu leistungsfähig, zu gross und zu stromhungrig ist.
Ein kleiner Haken sei noch angemerkt: Da der integrierte Flash-Speicher mit 1MB sehr knapp bemessen ist, passt hier nur der Linux-Kernel hinein. Um ein lauffähiges System zu erhalten, ist man dann auf einen USB-Stick als Massenspeicher angewiesen. Da nur ein USB-Port zur Verfügung steht, muss man für den Anschluss weiterer USB-Geräte einen USB-Hub zwischenschalten. Auch wenn das die Performance kaum beeinflussen dürfte, sind herkömmliche USB-Hubs üblicherweise grösser als das Bifferboard selbst. Für sehr kleine Geräte könnte das wieder problematisch sein.
Hier mal ein paar Anwendungsideen:
- Ethernet/Seriell-Konverter
- Webradio-Recorder
- Webinterface für Mikrocontroller-Steuerungen
Fazit: Ein schönes Spielzeug für Linux-Fans und Elektronik-Bastler, aber natürlich kein echter PC-Ersatz.
09.09.09: byte.fm
Nachdem ich vor längerer Zeit mal etwas durch verschiedene Webradios durchgezappt habe, musste ich feststellen, dass das (damals) doch keine Alternative zu "normalem" Radio war. Das lag vor allem daran, meist Musik ohne Moderation hintereinander gespielt wurde, was ich auch mit der Zufallswidergabe im iTunes schaffe. Andere Sender hatten sich auf sehr enge Sparten konzentriert, was auch nicht das war, was ich suchte.
Doch jetzt habe ich endlich etwas spannendes gefunden: byte.fm ist Radio der Art, wie es im "richtigen" Radio leider nicht mehr zu finden ist. Die Musik ist abwechslungsreich, es gibt eigentlich für jeden Geschmack etwas. Die einzelnen Sendungen laufen meist 1-2 Stunden und sind moderiert. Die Moderation ist dabei glücklicherweise Dadurch bekommt man auch wieder Hintergrundinformationen, die im Radio ansonsten kaum noch zu hören sind. Wirklich überzeugt hat man dann am Dienstagabend eine Sendung über den Komponisten Moondog, die sich über 2 Stunden Zeit nahm, den Weg dieses recht seltsamen Künstlers zu verfolgen.
13.07.09: Marokko - Die Reisefotos sind online
Jetzt mal wieder etwas schneller: Die Reisefotos unserer Marokko-Tour sind nun online. Der Reisebericht ist allerdings noch in Arbeit...
20.06.09: Marrakesch
Nachdem wir Zürich bei strömendem Regen verlassen hatten, freuten wir uns auf die Trockenheit in Marokko. Das erste, was wir aber noch dem Aussteigen in Marrakesch bemerkten war - Regen! Allerdings waren es doch nur ein paar vereinzelte Tropfen, die zusammen kaum einen Millimeter Niederschlag ausgemacht haben dürften und schon nach wenigen Minuten war der Spuk vorbei.
Am Abend statteten wir dem berühmtesten Platz Marokkos einen Besuch ab. Auf dem Place Djemaa El Fna findet man am Abend nicht nur etwas zu Essen, sondern auch allerlei Gaukel, Schlangenbeschwörer, Artisten - ein bunten Treiben.
Am nächsten Morgen sollte es mit einem amtlichen Touristenführer durch die Stadt gehen. Leider erschien der Führer nicht und die Agentur schickte uns 2 Stunden später einen Ersatz. Da die meisten Museen ab 12 Uhr geschlossen sind, blieb uns daher nur ein kurzer Besuch eines Palastes aus dem 20. Jahrhundert. Aber unser Guide war sowieso eher daran interessiert uns die Märkte von Marrakesch zu zeigen - wohl nicht ganz uneigennützig, denn er war sehr daran interessiert uns in möglichst viele Läden zu bringen, deren Preise im Nachhinein doch deutlich überhöht waren. Eine Pause gab es in einem Laden für "Naturheilkunde". Dennoch bekamen wir damit einen guten Eindruck von den Souks, aus denen sich Fremde kaum alleine herausfinden dürften.
Am Abend blieben wir dann im Riad wo es wirklich hervorragendes Essen gab - ganz klar die beste Tangine der Reise!
18.03.09: Dundee Island und Brown Bluff
Während der Nacht hatten wir die lange Reise von King George Island bis zum Anfang der Wedell-See geschafft. Ein Blick aus dem Schiff am Morgen liess nichts Gutes erahnen. Dichter Nebel, sodass nicht einmal klar war, in welcher Richtung sich überhaupt Dundee Island befindet. Allerdings machte die Umgebung nun endlich einen richtig "antarktischen" Eindruck, denn das Schiff war von mehr oder weniger grossen Eisbergen umgeben.
Diese Eisberge konnten wir auch auf der Fahrt mit dem Zodiac umrunden und die Anlandung gestaltete sich etwas schwierig, da auch der Strand dicht mit Eis gepackt war, sodass es schwer war, eine Lücke für das Schlauchboot zu finden. Endlich am Strand zeigte sich die Antarktis dann von ihrer besten Seite: Der Nebel lichtete sich und gab die Sicht frei auf die einzigeartige Langschaft: das Meer mit Eisbergen (davon sogar ein paar Tafeleisberge in der Ferne), Gletscher und Berge um uns herum. Schon nach wenigen Minuten war klar: der lange Weg hatte sich wieder gelohnt.
Um die Aussicht noch besser zu geniessen, unternahmen wir noch eine kleine Wanderung auf den Gletscher um dann zum südlichen Strand abzusteigen. Hier erwarten uns dann hunderte - vielleicht tausende - Robben. Die meisten waren antarktische Pelzrobben, aber auch einige Krabbenfresserrobben und Seeelefanten waren auszumachen. Am hinteren Teil das Strandes bliebt kaum noch Platz zum Laufen, zumal man immer nach allen Seiten schauen musste, um keine Robben zu übersehen. In der Ferne zeigte sich auch schon unser Nachmittagsziel.
17.03.09: Land in Sicht
Da das Wetter während der Überfahrt nicht optimal war, entschloss sich der Kapitän zu einem kleinen Umweg. Das führte zwar dazu, dass die Überfahrt etwa einen halben Tag länger dauerte als erwartet, dafür aber recht ruhig war (natürlich gibt es in der Drake-Passage nicht wirklich ruhige See, aber der Wind und die Wellen hielten sich in Grenzen).
Unser erster Landgang sollte auf King-George Island stattfinden. Dort angekommen zeigte sich das Wetter leider von seiner ungemütlichen Seite - der Nebel liess absolut keine weite Sicht zu. So konnten wir die Landschaft nur wenig geniessen und konzentrierten uns auf die Tierwelt. So gab es im Nordern der Insel ein paar Esels- und Kehlstreifpinguine, Skuas und verschiedene Robben. Unter den Robben waren auch einige Pelzrobben, denen man möglichst nicht zu nahe kommt, da sie Menschen gerne zu zeigen versuchen, dass sie selbst stärker sind.
Dass man noch recht nördlich ist, zeigte sich auch an den grossen Moosflächen, die hier noch wachsen.
Der Nachmittag war der Besichtigung der russischen und chilenischen Station gewidmet, allerdings waren beide Stationen dabei, sich auf den kommenden Winter vorzubereiten, sodass es bei einem Spaziergang über das Stationsgebiet blieb. Als interessant erwies sich die orthodoxe Kirche, die wohl in Sibirien gebaut und dann per Schiff in die Antarktis gebracht wurde.
14.03.09: Leinen los!
Das Wetter hier in Ushuaia macht den Abschied einfach, denn ist ist ziemlich stürmisch. Allerdings werden die nächsten beiden Tage wohl auch nicht sonderlich angenehm werden, denn vor mir liegt die Überfahrt über die Drake-Passage, die leider zu den stürmischsten Meeresteilen der Welt gehört. Mal sehen, wie (un)ruhig die Überfahrt wird.










