Blitz Ausstattungsdetails

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Immer wieder traten Leser mit Fragen zur Blitzlichfotografie an mich heran. Daher will ich versuchen, hier ein paar allgemeine Tipps zu geben. Da ich "nur" Amateur bin, kann es sein, dass sich unter Umständen irgendwo ein Fehler einschleicht. Falls ein Profi also irgendwo unkorrekte Aussagen findet, bitte ich um eine kurze Meldung.

Letztendlich ist aus diesem Artikel leider doch keine Abhandlung zur Blitzlichtfotografie geworden, sondern im wesentlichen ein Erklärung verschiedener Ausstattungsdetails. Andererseits ist ein Verständnis der Technik bei der kreativen Nutzung derselben natürlich hilfreich.

Prinzipiell werden Blitzgeräte mit höherer Leitzahl auch mit vielen zusätzlichen Ausstattungsmerkmalen angeboten. Was ist sinnvoll und worauf kann man verzichten ?

Leitzahl

Hier gilt ganz klar: Zuviel Leistung kann ein Blitz zumindest bei TTL-Steuerung nicht haben. Überbelichtete Aufnahmen wird es auch durch einen starken Blitz bei TTL-Messung nicht geben, da der Blitz von der Kamera gesteuert wird und gelöscht wird, wenn genügend Licht auf dem Film angekommen ist. Andererseits macht es natürlich keinen Sinn, mit Kanonen auf Spatzen zu schießen. Für Nahaufnahmen reichen selbst schwache Geräte aus.

TTL-Belichtungssteuerung

Dies ist heutzutage normal. Ein Blitzgerät ohne dürfte (fast) nicht zu finden sein. Alle Kameras der letzten 15 (?) Jahre sollten die TTL-Blitzsteuerung beherrschen. Bei der TTL-Belichtungssteuerung wir der Blitz gezündet und der Verschluss der Kamera geöffnet. Nun misst die Kamera selbst das vom Film reflektierte Licht. Ist die erforderliche Lichtmenge erreicht, wird der Blitz gelöscht. In vielen Fällen arbeitet der Blitz also nicht mit voller Leistung - was dann natürlich erwünscht ist.

Anpassung an Objektivbrennweite

Da es keinen Sinn macht, ein Objekt mit 105mm Brennweite zu fotografieren aber den Bildwinkel eines 20mm-Objektives auszuleuchten, haben die meisten besseren Blitzgeräte einen variablen Reflektor, der entsprechend an die Objektivbrennweite angepasst wird und das Licht mehr oder weniger stark bündelt. Damit resultiert bei stärkerer Bündelung (= größere Objektivbrennweite) eine höhere Leitzahl (weil ich mit dem gleichen Blitz ein weiter entferntes Objekt gleich hell beleuchten kann). Die Anpassung an die Objektivbrennweite kann vollautomatisch funktionieren (die meisten Spiegelreflexkameras kennen die Objektivbrennweite). Bei günstigeren Geräten muss dies unter Umständen vom Fotografen selbst am Blitz eingestellt werden.

Drahtlose Fernsteuerung

Hiermit ist es möglich, ein Blitzgerät, welches nicht am Blitzschuh der Kamera befestigt ist durch ein anderes Blitzgerät zu steuern. Als Steuerblitz kann meist der integrierte Blitz der Kamera dienen. Für das Zünden des externen Blitzes wird vom Steuerblitz ein Blitz sehr geringer Leistung abgegeben, worauf der externe Blitz gezündet wird. Wie dies genau geschieht ist von Hersteller zu Hersteller unterschiedlich, deshalb sollte man bei Fremdherstellern genau schauen, ob dies funktioniert.
Bei einigen Kameras ist es auch möglich, das Objekt gleichzeitig von 2 Blitzen zu beleuchten, wobei einer davon als Steuerblitz dient.

High-Speed-Synchronisation

Hier trennt sich die Spreu vom Weizen. Normalerweise muss bei einem Schlitzverschluss dieser vollständig geöffnet sein, damit ein Blitz auch das ganze Bild belichten kann. Dies ist aufgrund des Aufbaus eines Schlitzverschlusses nur bei relativ langen Belichtungszeiten (je nach Modell zwischen 1/30 und 1/250 Sekunde) möglich. Während dies bei Aufnahmen, in denen fast kein Umgebungslicht existiert kein Problem darstellt, kann dies Probleme bereiten, wenn der Blitz als Aufhellblitz bei hell beleuchteten Objekten benutzt wird(das ist kein Widerspruch). Um dieses Problem zu lösen, müssen Blitz und Kamera High-Speed-Synchronisation unterstützen. Bei Kameras vor Baujahr 1995 dürfte dies nicht zu finden sein, selbst bei aktuellen Kameras ist es nicht unbedingt normal.

Dieses Problem tritt eigentlich nur bei Kameras mit Schlitzverschluss auf. Kameras mit Zentralverschluss (im SLR-Umfeld praktisch nicht zu finden, bei kompakten Digitalkameras aber nicht ungewöhnlich) tritt das Problem nicht auf, weil hier der Verschluss immer voll geöffnet wird.

Stroboskopblitz

Ein nettes Feature, was toll aussieht, aber fast nie benötigt wird. Damit ist es möglich eine Reihe von Blitzen zu zünden und dies für die Belichtung einen einzelnen Bildes zu nutzen, um z.B. Bewegungsabläufe zu visualisieren. Wenn Sie nicht genau wissen, wie das ganze funktioniert, werden Sie es vermutlich auch nicht brauchen.

Vorblitz-Belichtungsmessung

Bei TTL-Belichtungssteuerung können die "normalen" Belichtungssensoren nicht genutzt werden, da diese bei einer Spiegelreflexkamera nur bei heruntergeklapptem Spiegel funktionieren. Daher werden für die TTL-Messung zusätzliche Sensoren benötigt. Hierfür werden selbst bei neuen Kameras meist weniger Segmente genutzt als bei der normaler Belichtungsmessung. Bei Vorblitzbelichtungsmessung wird sehr kurz vor dem eigentlichen Hauptblitz ein Messblitz gezündet, der mit den normalen Belichtungssensoren gemessen wird. Erst dann wird der Spiegel nach oben geklappt, der Verschluss geöffnet und der Hauptblitz gezündet. Normalerweise wird von der Kamera hierbei trotzdem die TTL-Steuerung benutzt, jedoch wird diese entsprechend der vorher gemessenen Lichtverteilung (leicht) angepasst. Wie gut dies funktioniert hängt wiederum davon ab, wie intelligent diese Steuerung ist. Um eine derartige Funktion zu nutzen, muss das Blitzgerät in der Lage sein, innerhalb sehr kurzer Zeit 2 Blitze abzugeben.

Bei unterschiedlichen Herstellern gibt es unterschiedliche Namen für dieses Feature, am besten lassen Sie sich von ihrem Fotohändler beraten.

Entfernungsgesteuerte Belichtung

Eigentlich ließe sich ja die Belichtungsdosis sehr einfach über Abstand zum Objekt und Leitzahl des Blitzes berechnen. Warum also überhaupt TTL-Belichtung? Erstens ist es nicht so einfach, da auch die Objekteigenschaften (wie stark wird Licht reflektiert) in diese Messung eingehen müssten und zweitens, weil die meisten Autofokus-Kameras keine Ahnung haben, wie weit ein Objekt entfernt ist. Der Autofokus basiert nämlich nicht auf der Messung der Entfernung zum Objekt sondern auf der Erkennung von Bildkontrasten - je schärfer das Bild fokussiert, desto höher sind die Kontraste zwischen benachbarten Pixeln. Allerdings ist es möglich aus der Einstellung des Objektives zu ermitteln, auf welche Entfernung dieses scharfgestellt wurde. Hierzu ist allerdings es zusätzlicher Entfernungsencoder im Objektiv notwendig und auch die Kamera muss diese Informationen auslesen können. Je nach Hersteller gibt es hier ein mehr oder auch weniger gutes Angebot. Die Idee der entfernungsgesteuerten Belichtung besteht dann darin, TTL-Messung und leitzahl-basierte Belichtungsberechung zu kombinieren. Bei Minolta nennt sich dies "ADI-Blitzsteuerung", bei anderen Herstellern kann man andere phantasievolle Namen dafür finden.

Blitz auf zweitem Verschlussvorhang

Normalerweise wird bei der Belichtung der Verschluss geöffnet, der Blitz gezündet und der Verschluss nach Ablauf der Belichtungszeit geschlossen. Da der eigentliche Blitz sehr kurz ist (< 1/8000 s), spricht man von Synchronisation auf den ersten Verschlussvorhang, da danach eigentlich nur noch Umgebungslicht aufgenommen wird. Für bestimmte Objekte kann es nun sinnvoll sein, den Blitz nicht am Anfang sondern am Ende der Belichtungszeit zu zünden. Hierfür wird die Synchronisation auf den 2. Verschlussvorhang benötigt. Kamera und Blitz müssen dies unterstützen.
Sinnvoll ist das ganze nur bei relativ langen Belichtungszeiten (länger als 1/60 Sekunde), beweglichen Objekten und sichtbarer Umgebungsbeleuchtung, da bewegte Objekte sonst etwas seltsam aussehen.

Manuelle Leistungsreduktion

Will man unbedingt auf die TTL-Steuerung verzichten, so kann es sein, dass die volle Leistung des Blitzes einfach zu viel des Guten ist. In diesem Falle ist es nützlich, wenn die Leistung reduziert werden kann. Aber ohne Blitzbelichtungsmesser kann man sowieso nur recht ungenau die Belichtung schätzen (anhand der Leitzahl). Daher dürfte dies für die wenigsten interessant sein.

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